Dienstag, 9. Oktober 2012

Da ist Kunst auf meiner Küchenrolle...

Nein, kein Salvador Daliesquer Ketchuprückstand nach dem Vorreinigen der Bratwurstteller, auch keine Beuyssche Fettecke am genoppten Gewebe, es ist tatsächlich ein Picasso, sozusagen das Original in der 100000er Wisch-dich-glücklich-Auflage. Gaugin ist auch dabei und selbst DaVincis "Goldener Schnitt" sinngemäß platziert  am vorperforierten Abreißrand.
Was kommt als nächstes? Munchs "Schrei" auf Hämorrhoiden Salbe - ja, so weh tut das wirklich - , die "Mona Lisa" auf einem Abführmittel -  wodurch ihr Lächeln eine wenig charmante, wenn auch nachvollziehbare Erklärung finden würde - oder "Rembrandts Mann mit dem goldenen Helm" auf Kopfschmerztabletten?  Hoppers "A Woman in the Sun" auf Sunblocker?  
Dürers Selbstbindnis auf einem Volumen-Shampoo oder seine "Betenden Hände" auf Zwei-Komponenten Kleber?  Dürer ist sowieso vielseitig verwendbar, der Mann wäre heute in der Werbebranche.  Sein "Rhinocerus" gibt eine gute Werbung für Limousinen der gehobenen Preiskategorie her - "Sie übeleben, die Familie in der kleinen Knutschkugel garantiert nicht!" 
Van Goghs "Selbstporträt mit verbundemem Ohr" auf einer Wattestäbchen Box, da bin ich eher skeptisch. Könnte immerhin soviel bedeuten wie: Nicht zu feste reindrücken.  Dann schon eher Vermeers "Gittarrenspielerin" auf Ohrstöpseln für Eltern mit musikalisch unbegabtem Nachwuchs. Sehr gekonnt dagegegen, denn Sex sells,  Tizians "Venus von Urbino "auf dem Set mit antiallergischer Bettwäsche - Endlich kann sie sich zudecken ohne den fiesen Ausschlag zu kriegen.
Ich geht jetzt erstmal die Gedichte auf dem Klopapier lesen. Vorher, meine ich.
 

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