Samstag, 29. Dezember 2012

Es ist mal wieder soweit...




Wie immer zum Jahresende schießen sich die Medien auf zwei miteinander verzahnte Themen ein: Feiertagsspeck und gute Vorsätze. Beides an Belanglosigkeit kaum zu überbieten, aber dennoch wunderbare Beispiele für die begrenzte Lernfähigkeit des modernen Homo Sapiens. Der gute Vorsatz -  es scheint fast als würde ihn die Gesellschaft einfordern. Nachdem der Durchschnittsdepp nach durchschnittlich 35 Fehlversuchen – jeden Januar einer – immer noch nicht akzeptieren will, dass er seine Vorlieben und Bedürfnisse genauso wenig unterdrücken kann wie den Atemreflex, startet er in diesem Jahr pflicht- und schuldbewusst den nächsten. Wohl auch, damit er ein Thema hat, über das er schön belanglos plaudern kann.
Ich schreibe das in jedem Dezember und einmal mehr in diesem:
Wer alles richtig macht, der braucht auch keine gute Vorsätze. Unangemessene Selbstkritik ist schlecht fürs Ego. 
Ich kann hier allerdings nur für mich sprechen, denn es ist nicht zu  leugnen, dass es bei einigen Zeitgenossen erheblicher Korrekturen bedarf. Die meisten dieser offensichtlichen Baustellen haben aber nichts mit Leibsumfang, Nikotinkonsum oder vernachlässigten Wehrsportübungen im Fitnessstudio zu tun.
Aber wo wir gerade so offen miteinander sind, will ich es nicht verschweigen. Auch ich habe Vorsätze für das nächste Jahr gefasst. Andere.
Ich werde mit noch mehr Energie alle meine Ideen in die Tat umzusetzen versuchen, ich werde noch konsequenter meine Genusssucht ausleben und ich werde noch entschlossener alles vermeiden, was mich auch nur ansatzweise belasten könnte. Überflüssige Banalitäten, beispielsweise. Ursachen für Fehler werde ich im kommenden Jahr mit noch größerer Selbstsicherheit  bei anderen suchen und mir noch öfter selbst auf beide Schultern klopfen. Irgendjemand sollte das schließlich tun.  Und was ich mir vornehme, ziehe ich für gewöhnlich durch. Falls es mal nicht klappt, liegt das üblicherweise an den Leuten mit den großen Baustellen in ihrer Persönlichkeit. 
Soviel zum Thema gute Vorsätze.Länger kann ich mich damit nicht befassen, denn es gibt glücklicherweise eine ganze Reihe sinnvolle Projekte, die ich abarbeiten muss. 
Jetzt werde ich mir allerdings noch einen Cappuccino und eine Zigarre gönnen, bevor ich mich meiner Genusssucht widme...
Ich wünsche euch einen guten Start ins neue Jahr und eben so viele konstruktive Einsichten.


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