Montag, 24. Dezember 2012

Mein Jahresrückblick 2012...

In der Bloggerbasis


2012 geht zu Ende und ich stelle fest, dass es ein einschneidendes Jahr war, aber auch ein sehr gutes. Viel hat sich bewegt. Einige Entwicklung waren erfreulich, andere tragisch und unerwartet.
2012 ist es mir zum ersten Mal nicht möglich, auf alle Events, Lesungen und Projekte der Brennenden Buchstaben einzugehen, die stattgefunden haben, obwohl ich das in den letzten Jahren immer minutiös getan habe. Es waren einfach zu viele. Ich werde mir nur die wichtigsten herausgreifen. Auch für meine persönliche Bilanz.
Unser Lesungsjahr beginnt im Januar mit einem  prickelnden Einstieg. 

Es wird erotisch.


In der Kulturschaukel lesen wir unser Erotikprogramm über  Kama Sutra Unfälle, delikate Missverständnisse und heiße Kochrezepte, die noch heißer gegessen werden als gekocht. Die Gerüchte sind wahr: Wir tragen dabei fast nichts! (Na klar,  alles völlig jugendfrei!)
Wenig später tritt Christian Kathan bei uns im Kafe Kruemelkram auf und lockt mit seiner Lesung mehr als 30 Avatare in unseren Wintergarten. Nicht nur für ihn ein schöner Erfolg.
Sandra Frost alias Regina Neumann folgt ihm wenige Tage später. Sie liest aus „28 Tage“, einem Erfahrungsbericht über den Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik,. Ein Thema, das auf großes Interesse stößt und noch mehr Publikum anzieht.
Kein Wunder, dass es ihr am Kruemelkram so gut gefällt, dass sie ein kleines Teehaus direkt nebenan installiert. Als Regina Ichimomo wird sie zur quasi-Kulturbotschafterin Japans in SecondLife und zu einer guten Kollegin im Metaversum, mit der wir von jetzt an oft zusammenarbeiten.
Am 11. Februar laden wir zur Kulturkonferenz ein, nachdem sich daraus schon im Vorjahr vielfältige Zusammenarbeiten ergeben haben. Sachliche Diskussionen bringen neue Ideen und Konzepte hervor. Einige Kulturschaffende, die wir noch nicht kannten,  sind zum ersten Mal dabei. Wir stellen gemeinsam fest: Da geht noch mehr!
In den nächsten Monaten werden wir Taten folgen lassen.
Der 19. Februar wird für mich  zu einem Highlight 2012.
Wir haben 10 Illustratoren und Grafiker eingeladen, ihre Bilder in einer Raumstation über dem Kafe auszustellen. „Orbitale Visionen“ nennen wir das Großevent. 

Orbitale Visionen


Lothar Bauer, Stefan Böttcher, Christian Günther, Thomas Hofmann, Tim Eckhorst, Timo Kümmel, Ludger Otten, Norbert Reichinger, Klaus Schimanski und auch Gabriele Behren stellen Illustrationen in der Raumstation über dem KrümelKram aus.
Drei Autoren eröffnen die Ausstellung im Rahmen einer Vernissage: Marco Ansing, Michael Iwoleit und Frederic Brake. Fast vierzig Besucher erscheinen zum Event.
 In der März-Ausgabe widmet uns der Fandom Observer eine Titelstory mit einem Interview. Manfred Müller lässt es sich nicht nehmen, mich persönlich in Robotergestalt ins Kreuzverhör zu nehmen. Aber er scheint unser Projekt zu mögen. Schönen Dank noch mal für deinen tollen Bericht.
Am 31. März folgt die Finissage. Diesmal sind die Damen am Zug und stellen Science Fiction mit weiblichem Touch vor. Es sind Gabriele Behrend, die auch als Grafikerin bei der Ausstellung mitwirkt und Miriam Pharo, die aus ihren Science Fiction Krimis liest. Natürlich können die Mädels den Jungs die Stirn bieten. Auch in der deutschsprachigen Science Fiction. Die „Orbitalen Revisionen“ runden die „Orbitalen Visionen“ ab. Wir lehnen uns entspannt zurück und lauschen zufrieden. 

Orbitale Revisionen


Am 14. April hat Michael Iwoleit zur 2012er Ausgabe des Cyberpunk Gipfel in Wuppertal geladen. Wir lesen im ansprechend gemütlichen Ambiente des Antiquariat Hösterey. Nicht allein wegen des exzellenten Plakates von Christian Günther hätte dieses Cyberpunk Großereignis auch ein größeres Publikum verdient.  Vorbildlich: SF Forist und Science Fiction Experte „Schockwellenreiter“ reist aus München an. Das ist der Einsatz den wir  von Seiten des Publikums brauchen, meine Damen und Herren.
Wir genießen den Abend. 

Iwoleit und ich moderieren uns gegenseitig im Antiquariat Hösterey ab.


Am 1. Mai liest er höchstpersönlich bei uns: Thrillerautor Karl Olsberg hat sich nicht lange bitten lassen und unser Angebot angenommen, aus seinem neuen Roman „Mygnia“ zu lesen. Ein Mitschreibprojekt übrigens, das dank Zaphod Enoch mittlerweile einen virtuellen Ableger im Grid Avination hat. Karl Olsberg zeigt sich überrascht darüber, wie gut online Lesungen im Metaversum funktionieren. 
Der 5. Mai wird aufregend und bedeutet für uns eine Nachtschicht. Gemeinsam mit Michael Iwoleit haben wir zur Five Continent Reading geladen.
Jetzt wird es endlich international. Fünf Science Fiction Autoren von fünf Kontinenten lesen in einer Nacht in der Raumstation über dem Kafe Krümelkram.  Guy Hasson aus Israel, Jonathan Elorm Dotse aus Ghana, Michael Iwoleit aus Deutschland, Ahmed A. Khan aus Kanada und Gustavo Bondoni aus Argentinien. Technisch klappt das alles viel besser hin als erwartet. Nur Jonathan Dotse muss auf eine benachbarte Kneipe ausweichen, weil sein WLAN zuhause an diesem Tag nicht richtig funktioniert. Ja, das ist die berühmte Story von der los dröhnenden Vuvuzela.
 Leider wird dieses schöne Event nicht mit den Zuhörerzahlen belohnt, die es verdient hätte. Das liegt zum einen anderen dass ein englischsprachiges Event nur vielleicht 50% unseres deutschsprachigen Kernpublikums interessiert, zum anderen an der noch nicht so gut funktionierenden Zusammenarbeit mit internationalen Literaturgruppen. Eine Rolle haben natürlich auch die Zeiten gespielt. 23 Uhr ist sicherlich nicht die optimale Startzeit  für unser Publikum, aber für Events mit amerikanischer Beteiligung unvermeidbar. 

Zu wenig Publikum bei der Five Continent Reading und trotzdem...

Michael Iwoleit während der Five Continent Reading


Wir sind etwas enttäuscht, können aber nachvollziehen, woran es noch hapert. Es wird nicht unser letztes Experiment dieser Art gewesen sein. 
Am 13. Mai habe ich die Gelegenheit Alex Jahnke vom Clockworker persönlich kennen zu lernen. Steampunks versammeln sich auf der Zeitschneise in Mannheim. Ein Mittelding aus Convention, Erfinder-Minimesse und Literaturlesung. Wir sind noch Tage später enzückt von dieser neo-viktorianischen Zusammenkunft. 

Zwei passionierte Blogger: Captain Serenus vom Clockworker und der Kueperpunk.
Die ganz links gefällt mir am Besten :-).


Sehr inspirierend für meine Lesung auf dem Wave-Gotik-Treffen in SecondLife Leipzig. Meine dort gelesene erste Steampunk Story wird voraussichtlich Mitte nächsten Jahres erscheinen. Näheres dann hier im Blog.
Der 7. Juli markiert für mich ein absolutes Highlight in diesem Jahr. Wir haben einiges an Vorbereitung in unsere erste RL/SL Crossworld Veranstaltung investiert. Die geeignete Location zu finden, war nicht so einfach.
Schließlich haben wir uns für das Parkhaus in Meiderich entschieden. Ich kann nicht mehr nachzählen, wie oft ich in den Monaten und Wochen davor immer wieder erklären muss, dass ein Parkhaus die traditionelle  Bezeichnung für ein Haus an oder in einem Park ist. Vermutlich empören sich selbst jetzt noch einige Leute darüber, wie man auf die Idee kommen kann, Lesungen in einer Tiefgarage zu veranstalten.  Ein Duisburger Künstler zeigte sich umgekehrt sehr enttäuscht darüber, dass unsere Autoren ihre Werke NICHT zwischen einparkenden Autos vorstellen. Wir sollten es vielleicht beim nächsten Mal tatsächlich genau so durchziehen. Nein, lieber nicht…

Ich halte die Technik im Auge, Wolem Wobbit hat den Blues.
Das RL Publikum beim Bücherpicknick.


18 Autoren lesen am 7 Juli aus ihren Werken. Lyrik, Krimis, Science Fiction, Dramen, Nachdenkliches, Autobiographisches. Das besondere daran: Wir übertragen die Lesung nach SecondLife, während das Publikum in SL per Beamer auch auf der Bühne in Duisburg zu sehen ist.
Ein stressigerTag für uns als Veranstalter. Wir transportieren eine ganze Containerladung bestehend aus Laptops, Stativen, Beamer, Kabeln,  Tischen und Nudelsalat nach Duisburg. Ohne die Hilfe von Markus und Cordula von Bitterschlag und Ludger Otten wären wir niemals pünktlich fertig geworden.
Dank sommerlichem Wetter und Markus Dauereinsatz am Grill, kommt gute Laune und Literaturpartystimmung auf. Ich beobachte eine sehr diskussionsfreudige Runde von Science Fiction Autoren: Während wir drinnen moderieren, definieren Frederic Brake, Frank Hebben, Michael Iwoleit und Olaf Kemmler das Genre neu.
Musiker Wolem Wobbit ist übrigens auch als Realavatar anwesend und lockert das Programm mit Blues auf.
Später kassiere ich noch einen Rüffel, weil wir die Küche ohne Erlaubnis benutzt und die verabredete Zeit um zwei Stunden überzogen haben. Aber es hat sich gelohnt.
Den Rest des Wochenendes verbringen wir im Koma.
Ein großer Party-Organisierer bin ich wirklich nie gewesen. Deswegen ist wohl niemand erstaunter darüber als ich, wie gern ich Leute zu besonderen Veranstaltungen zusammentrommele. Das lässt sich natürlich hervorragend mit meiner Vorliebe für Grillgut kombinieren.
 Nur drei Wochen nach dem Bücherpicknick laden wir deshalb am 28 Juli zum großen Bloggergrillen ein. Und sie kommen aus allen Richtungen. Leipzig, Thüringen, Köln und aus der Nachbarschaft. Ob man nun wirklich Blogger ist oder nicht, das nehmen wir nicht sooo genau, aber wir freuen uns einigen von ihnen zum ersten Mal jenseits des Monitors zu begegnen. 

Ein Garten voller Blogger und SecondLifer.
Angelika und Michael von SecondRadio.
 
Noch am Morgen hat es eher finster ausgesehen für unsere Social Media Conventionam Grill. Temperatursturz und Regenfälle scheinen eine Sintflut anzukündigen. Per SMS erreichen uns Anfragen, ob wir wirklich noch grillen wollen. Wir bestehen darauf und unsere Sturheit wird belohnt mit einem sonnigen Nachmittag. Ein toller Tag in den Sommerferien 2012, an den ich gern zurückdenke.
Am 6. August brechen wir nach  Dänemark auf , legen rund 2500 Kilometer bei unserer Rundreise zurück, die uns unter anderem nach Kopenhagen und Helsingor führt. Die Abreise bedeutet aber auch gleichzeitig einen Abschied, denn nur 2 Stunden, nachdem wir im Hotel in Kopenhagen angekommen sind, stirbt meine Großmutter Edith. Es passiert nicht unerwartet, wir haben etwa mit diesem Zeitpunkt gerechnet. In den Wochen davor hat sie rapide abgebaut und es ist absehbar gewesen, dass es passieren würde. 



Wir kehren einen Tag früher als geplant zurück. Edith ist nur wenige Tage vor ihrem 90. Geburtstag gestorben. Sie hatte sich sehr auf den Besuch einer Reporterin gefreut, die sich für den Tag angekündigt hatte. Aber es sollte nicht mehr sein…
Wir versuchen zur Tagesordnung überzugehen.
Am 20. August eröffnet unser großer Steampunk Flohmarkt 2012 am Kafe Kruemelkram. So viele Luftschiffe sieht man selten am Himmel über SecondLife versammelt. Ich vermute, es dürfte eine der größten Steampunk Ausstellungen sein, die es im Metaversum in den letzten Jahren gegeben hat. Für uns eine Möglichkeit, die Wartezeit bis zum kommenden Großevent im Oktober zu überbrücken. Aber es werden sich noch mehr Events ergeben. 

Atemberaubendes Steampunk Panorama über dem KrümelKram.

So zum Beispiel im September. Ich habe Thrillerautor Siegfried Langer zu einer Lesung im KrümelKram eingeladen. Es stellt sich heraus, dass ich nicht nur ihn, sondern er auch mich kennt. Wir waren tatsächlich zusammen in einer Ausgabe des Nova Magazins. So klein ist die Literaturwelt. Siegfried liest am 23. September bei uns im Krümelkram aus Sterbenswort und findet dabei neue Fans. 

Siegfried LangersLesung im Kafé KrümelKram

Im Oktober erscheint Ausgabe 20 des NOVA Magazins. Darin auch meine Story "Rekonstruktor" neben Texten von Marcus Hammerschmitt, Michael Marrak und vielen weiteren bekannten deutschen SF Autoren. Mit Ausgabe 20 hat Nova auch endlich den Weg in den Bahnhofsbuchhandel gefunden.



Seit Anfang des Jahres haben wir das FdL 2012 gemeinsam mit unseren Freunden und Kollegen vorbereitet. Am 19. Oktober beginnt endlich unser großes Kulturfestival in SecondLife. Bis zum  21. Oktober verbringen wir insgesamt 32 Stunden vor PC und Laptop. Es wird ein voller Erfolg.
Rund 70 Programmpunkte gehen über die Bühne und selbst solche in Randzeiten morgens um 10 Uhr oder nach Mitternacht sind gut besucht. Die Zuschauerzahlen sind deutlich höher als im Jahr 2011 und schon damals waren wir zufrieden. 

Ja, es wird ein FdL 2013 geben und wir werden versuchen, uns weiter zu steigern.


Es ist ein großer Schock für uns, als wir kurz darauf vom Tod unserer Freundin und Kollegin Jeanette Janus erfahren. Sie hat noch gemeinsam mit uns die Veranstaltungen in SecondLife Heidelberg organisiert und zeigte sich sehr begeistert darüber, wie alles abgelaufen war, OBWOHL es in Heidelberg ein oder zwei Pannen gegeben hat. Ich glaube, ihr hat vor allem gefallen, dass wir die Ruhe bewahrt und einfach weiter gemacht haben. Danach wollten wir unsere Zusammenarbeit noch intensivieren. Jeanettes Wirken in SecondLife wurde mit einer ganzen Reihe von Memorial Konzerten vieler bekannter SL Musiker gewürdigt. Sie wird in beiden Welten vermisst werden.

Der Oktober 2012 markiert leider auch einen Wendepunkt für die deutschsprachige Blogosphäre. Die Zeiten des sorglosen Bloggens sind vorbei. Ein mißverstandenes und zu zum Zweck des Profits gebeugtes Urheberrecht zwingt uns Blogger umzudenken.  
Am 30. Oktober haben wir gemeinsam mit Heidi Hensges ein Halloween Event organisiert. Wir sind entzückt darüber, als Ehrengast den Thrillerexperten Arno Strobel in SecondLife begrüßen zu dürfen. Es ist seine erste Lesung im Cyberspace und er gesteht mir später, dass er etwas skeptisch war. Davon bemerkt man bei seiner Performance nichts mehr.

Halloweenlesung mit Arno Strobel.
 
Arno liest aus seinem Romand „Das Skript“, plaudert mit uns über den Alltag eines Autors und holt schließlich sogar alte Kurzgeschichten aus der Schublade, damit wir uns ein Bild davon machen können, wie er zu schreiben begonnen hat. Seine Skepsis hat sich offenbar schnell gelegt und er genießt seinen Auftritt in der Halloween Deko vor dem KrümelKram. Das Publikum auch. War ein toller Abend!
Wirklich alle Auftritte in diesem Jahr aufzuzählen, würde den Rahmen endgültig sprengen. Klar sind wir Ende des Jahres ausgepowert, das hält uns aber nicht ab, immer noch Einladungen anzunehmen.


Unsere Weihnachts-Lesung darf natürlich auch nicht ausfallen. Chapter Kronfeld, Marco Ansing, Regina Neumann, Heidi Hensges, Zauselina Rieko und meine Wenigkeit sind dabei. Wolem Wobbit lockert mit selbst komponierten Songs auf. Eine der wenigen Gelegenheiten für Weihnachtsstimmung in hektischen  Dezembertagen.
Die Schnauze haben wir aber immer noch nicht voll und setzen am Ende des Jahres und pünktlich zum Ende der Welt noch eins drauf. Die große Weltuntergangslesung am 21, Dezember mit Thomas Thiemeyer, Marcus Hammerschmitt, Frederic Brake, Michael Marrak und Michael Iwoleit. Ich nenne so was ein Science Fiction Megaevent im Cyberspace und es läuft gut, abgesehen von kleineren Pannen. Aber das könnt ihr nur wenige Postings weiter unten nachlesen.
Damit ist das Jahr 2012 fast zu Ende. Drücken wir die Daumen für ein mindestens ebenso gutes 2013 ganz ohne böse Überraschungen, aber mit vielen erfreulichen und jeder Menge Events. Zumindest letzteres können wir beeinflussen. Und ja, schon jetzt steht da so einiges auf dem Programm.

Noch einige fotografische Highlights aus dem letzten Jahr:

12. November 2012

9. Oktober 2012


Hoheward im August 2012
Juli 2012
Juli 2012
Extraschicht im Juli 2012
25. März 2012
16. Januar 2012

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