Samstag, 22. Dezember 2012

Rückblick auf die gestrige Lesung...

JohnWinston und Angie überwachen die Technik. Bild: BukTom

Publikum in der Raumstation bei der Lesung von Marcus Hammerschnitt. Bild: BukTom

Michael Marrak mit surrealem Avatarim "Schwitzkasten" in Köln. Bild: BukTom

Thomas Thiemeyer mit sich selbst erstaunlich ähnlichem Avatar im Kafé KrümelKram. Bild: BukTom

Das Publium bei der Thiemeyer Lesung. Der Roboter vorn im Bild heißt SFFan - wer das nur sein könnte? Bild: BukTom

Publikum im Wintergarten des KrümelKram. Bild: BukTom

Ein außergewöhnlicher Glühbirnenava neben Thomas Thiemeyer. Bild: BukTom

Frederic Brake und ich. Bild: BukTom


Erstmal die wichtigste Nachricht: Wir sind noch alle da – jedenfalls soweit ich weiß. Oder fehlt irgendjemand? Also los! Noch mal durchzählen…
Thomas Thiemeyer besetzte um Viertel vor Acht planmäßig seinen Lesehocker und eröffnete  pünktlich unser literarisches Großevent. Mitgebracht hatte er einen Roman aus der Reihe „Das verbotene Eden“.
Sein Publikum: Rund 35 Avatare im Wintergarten des Kafé KrümelKram und etwa 70 Zuhörer auf dem Radiostream. Einige der Gäste waren eigens wegen der Lesung aus ihrer favorisierten Serie ins SecondLife gekommen, das konnte man aus einigen – getippten – Zwischenrufen heraushören.
Es was besonders erfreulich, dass tatsächlich viele Foristen aus SF-Fan.de ihre Ankündigung in die Tat umgesetzt  hatten und als Avatare in SL Präsenz zeigten. Darunter sogar ein paar echte Foren-VIPs.
Insgesamt haben sich zur Veranstaltung gestern Abend  überdurchschnittlich viele Newbies eingefunden. Das ist großartig, bringt aber auch kleinere Probleme mit sich. SL-Neulinge wissen oft noch nicht, wie man eine Lesung „hörbar“ macht. In diesem Fall musste man den Audiostream einschalten. Wer noch unerfahren mit dem unübersichtlichen Client ist, findet unter Umständen nicht den Startknopf oder hat Audio in den Einstellungen noch gar nicht aktiviert. Viele Anfänger können  die Umgebungsgeräusche hören,  verwechseln die mit dem Stream und wundern sich über eine Lesung, die nur aus Vogelgezwitscher besteht. (Manche halten es dann für eine Kunsteperformance, tatsächlich so passiert, aber nicht gestern ;-)) Schließlich habe ich erfahrene Zuhörer gebeten, den Newbies unter die Arme zu greifen. In den meisten Fällen waren die Schwierigkeiten schnell behebbar. 
Technisch hat dieser erste Teil der Lesung hervorragend funktioniert. Unsere Stimmen gingen glasklar über den Sender…äh Server. Noch zumindest. 
Thomas präsentierte sich als hervorragender Vorleser mit markanter und trainierter Stimme  und es gab einige anerkennende Kommentare, die mich dazu per IM erreichten.
Allerdings lässt sich das, und das nehme ich gleich vorweg, ausnahmslos über alle unsere Vorleser sagen!
Auch über Marcus Hammerschmitt, der ab 21 Uhr in der Raumstation über Ling Vision auftrat. Er las eine Erzählung aus seiner gerade erschienen Sammlung Nachtflug, mit der er das Publikum offensichtlich fesseln konnte.  Mich höchstwahrscheinlich auch, hätte ich die Chance gehabt, zuzuhören. Leider hatte ich zu dem Zeitpunkt mit Technikproblemen zu kämpfen, die es mir auch unmöglich machten, das geplante Interview mit ihm zu machen. Marcus und ich plauderten gerade mal zwei oder drei Minuten fröhlich vor uns hin, bevor Angie und John bei SecondRadio uns unterbrechen mussten.
 Irgendeine Störung im Stream sorgte dafür, dass weder Marcus und ich noch zu hören waren. Glücklicherweise ließ sich das schnell beheben, allerdings um den Preis, dass ich schweigen musste. Beim zweiten Versuch direkt im Anschluss an die  Lesung, konnte man mich zwar hören, aber nicht leider nicht mehr Marcus. Umstände, die mich dazu zwangen, das Interview mit ihm etwas unelegant endgültig abzubrechen. Von hier aus noch mal meine Entschuldigung dafür, Marcus. 
Amüsantes Detail nebenbei: Auch die Raumstation löste sich während der Lesung in Luft auf. Die Sitzreihen hingen plötzlich einfach so im leeren Raum. Wie passiert denn so was? Nun ja, jede Raumstation hat eben auch eine Rettungskapsel. Und die hat irgendein neugieriger Avatar ausprobiert. Dummerweise löscht das Script aber auch die Station. Kleine Panne, nun ja.  
Aber so ein kleines bisschen Armageddon muss an so einem Abend schon sein.
Frederic Brake stand ab 22 Uhr auf der Bühne. Er hatte gleich zwei Stories im Gepäck und er brachte mit, was jeder Weltuntergang braucht, wie das Weihnachtsfest den Gänsebraten: Zombies!
Frederic hat jetzt schon fast ein Jahr SecondLife-Erfahrung und das macht sich bemerkbar. Entspannt wirkt er sowieso, wenn er liest, erst recht, wenn er bei einem unserer Events als psychedelisch bunter Avatar auftritt. Während Frederic seine Untoten auf das Publikum losließ, versuchten wir im Hintergrund eine Lösung für das Technikproblem zu finden. Aussetzer im Stream sind nichts Ungewöhnliches, werden zwar immer seltener, aber wenn sie passieren, ist es meistens unmöglich, eine Ursache dafür zu identifizieren. Mag sein, dass es an der Bandbreite gelegen hat, denn immerhin waren hier zwei Rechner im Einsatz. Für gewöhnlich ist das aber unsere Standardkonfiguration.
Frederics Lesung hat zumindest nicht darunter gelitten und das Publikum wurde hervoragend unterhalten.
Und Frederic, Du kannst bei uns natürlich soviel Werbung machen, wie du willst!
Eine von Frederics Fantasy-Stories, der „Drachenblues“ ist von der Kulturschaukel in ein wirklich witziges SecondLife Bühnenstück umgesetzt worden. Extrem sehenswert. Die Chance dabei zu sein, wird man im nächsten Jahr noch  mehrere Male haben, denn die Kulturschaukel tingelt damit durchs Metaversum.
Zugegeben, schon als Frederic Brake sein Publikum begrüßte, waren wir nicht mehr ganz im Zeitplan. Aber ich behaupte mal, so was gehört sich für Live-Events, ganz besonders bei solchen anlässlich unseres Untergangs. Wenn wir schon alle sterben, dann zumindest nicht pünktlich!
22.50 Auftritt Michael Marrak. 20 Minuten später als geplant, aber immerhin: Er ist da! Denn den Marrak ins Metaversum zu winken, stellte schon eine Herausforderung dar. Ausgesprochen habe ich die Einladung vor mindestens eineinhalb Jahren zum ersten Mal. Doch irgendwie sollte es bis dato aber nicht sein. Haarscharf wäre er beim FdL als Überraschungsgast dabei gewesen, aber das scheiterte damals an seinem Faustkeil..äh Laptop.
Diesmal hat es jedenfalls geklappt und ich konnte, welch Wunder,  Michael tatsächlich selbst interviewen. Irgendetwas musste den Geist in der großen Maschine gnädig gestimmt haben. Vielleicht ist er ein Marrak Fan?
Michael hatte uns außerdem drei Exemplare von Armageddon Mon Amour und drei Poster zur Verfügung gestellt. Die haben wir gestern Abend bei einer kleinen Verlosung dann auch noch an den Mann und die Frau gebracht. (Die Preise werden euch leider erst nach Weihnachten erreichen!)
Michael las zur Freude des Publikums aus dem „Kanon mechnischer Seelen“ und ließ meine Fragen geduldig über sich ergehen. (Er hat mich übrigens im Vorfeld davor bewahrt, mit einer Frage ins Messer zu rennen. Kleine Fehlinformation meinerseits, die man mir bestimmt übel genommen hätte. Danke Michael!) Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber er ist wohl einer der wenigen Autoren, die eine SL Lesung stehend performen. Siehe Beweisfoto unter dem Text, 
Recht hat er, so machen es die Profis.
Es stellte sich übrigens heraus, dass mindestens ein Avatar geschickt wurde, um ein Exemplar von Armageddon Mon Amour zu ergattern.
Um 23.50 Uhr Schichtwechsel bei den Lesern. Michael Marrak übergab das Rednerpult an Michael Iwoleit. Der ist jetzt schon über ein Jahr mit viel Elan im Zweiten Leben unterwegs und ist zwischenzeitlich zu einem Virtual Reality Enthusiasten mutiert.
Michael las eine Story, die ich bereits vom Cyberpunkgipfel  im Frühjahr her kannte.  Bewährte literarische Iwoleit-Qualität zum Thema Transhumanismus, perfekt platziert im transhumanistischen Zweituniversum.
Meine persönliche Bilanz: Klar hat es mir gut gefallen. 
Bedauerlich war, dass ich einigen Newbies nicht unter die Arme greifen konnte. Aber Moderation und Support gleichzeitig, das funktioniert nicht. Es könnte sein, dass zwei oder drei von ihnen von ihrem ersten Ausflug in den Literatur-Cyberspace enttäuscht wurden. Ich hoffe, sie geben uns noch eine Chance.
Um Mitternacht hatten wir immerhin noch rund 30 Zuhörer. Das ist kein schlechtes Ergebnis, insbesondere nach vierstündiger Dauerbelesung.
Die Lesung wird mir sicherlich als eines der Highlights im Jahr 2012 im Gedächtnis bleiben. Ein runder Abschluss für ein hochaktives Eventjahr.
Aber jetzt noch einmal das Wichtigste:
Vielen Dank an Thomas Thiemeyer, Marcus Hammerschmitt, Frederic Brake, Michael Marrak und Michael Iwoleit. Ihr habt eine tolle Show abgeliefert. Und dank an Angie Ling und JohnWinston VanDayke für die gewohnt gute Zusammenarbeit, ebenso an Zaphod Enoch, der uns in SL Köln tatkräftig unterstützt hat.
Bis zum nächsten Event, Leute!

Michael Marrak bei der gestrigen Lesung mit Screenshot im Bild und darauf einer authentischen "Brennenden Buchstaben" - Group Notice!  Bild: Michael Marrak

Mehr Bilder gibt es zu sehen auf BukToms Blog, der mal wieder einfrig dokumentiert hat. Für meinen Bericht habe ich mir auch einige seiner Bilder "geliehen".

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