Sonntag, 24. Februar 2013

Bevor wir so etwas es essen...



...gedenken wir jedes Mal in einer Schweigeminute all den Verirrten und Verwirrten dort draußen, die freiwillig Sport treiben, Laufen gehen, Nordic Walken, sich auf einen grundlosen Marathonlauf vorbereiten, obwohl es gar keine Siegesnachrichten zu verkünden gibt, die sich sogar zum 23. Mal einer - wie sie selbst genau wissen - vergeblichen Diät unterziehen, die Abends nichts mehr knabbern, weil es ansetzen könnte, die glauben ihr Leben ändern zu können, indem sie ihren Taillenumfang vermindern, denen die Ähnlichkeit eines Fitnessstudios mit einem Hamsterkäfig bislang entgangen ist, und die gern 100 Euro im Monat für etwas ausgeben, das in Guantanamo Bay gratis zum Programmumfang gehört. All jenen, die versuchen ein möglichst freudloses Leben möglichst lang auszudehnen, um kerngesund zu sterben und beim Pathologen einen gepflegten Eindruck zu hinterlassen,  jenen die gerade von draussen durch die Fensterscheibe des Restaurants auf unsere Teller gaffen, wobei ihnen der Speichel aus dem Mundwinkel tropft, unseren Hausärzten, die uns zwar nahe legen, Sport zu treiben, die sich aber aufgrund ihrer Sportsucht selbst bereits mit 42 Jahren einer Hüftoperation unterziehen mussten und all den anderen, die jeden Scheiß, der in Frauen-, Morgen- oder Boulevardmgazinen von Blondinnen mit Essstörungen verzapft wird, für eine tiefere Wahrheit halten. 
Guten Appetit. 

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