Samstag, 20. April 2013

Was mich heute Abend extrem gut unterhalten hat: "Drive"...

Nicolas Winding Refn Noir Actiondrama rockt so richtig. Der Mann weiß offensichtlich, wie`s  gemacht wird. Er schickt den brillanten Ryan Gosling als professionellen Fluchtfahrer durch ein nächtliches Los Angeles, das glänzt und strahlt als hätte es Michael Mann höchstpersönlich fotografiert.
Die ersten 40 Minuten gleiten gemächlich auf Cliff Martinez großartigem 80er Jahre Elektroniksoundtrack. Dann drückt Refn unvermittelt auf den Nitro Knopf und sein Drama und der Schädelinhalt einer Darstellerin fliegen dem überraschten Zuschauer um die Ohren. Eine Gabel im Auge und einen zertretenen Schädel später, kennen wir mindestens drei Gründe, warum "Drive" erst ab 18 freigegeben wurde. 
Ryan Gosling kann als Driver unerwartet rabiat werden und wirkt dabei ohne den leisesten Hauch von Martial Arts Spielereien gerade wegen seiner gefrierenden Sonnyboy Visage gefühlt zehnmal so überzeugend wie Jason Statham als Transporter. (Nichts gegen Statham, aber "Transporter" ist eben mehr was für die Kids.)
Wer sich furiose am Computer gerenderte Autoverfolgungsjagden im Stil von "The Fast and the Furious" oder "Transporter" erhofft, hat an der falschen Stelle ins Regal gegriffen.
 "Drive" ist "Scarface" auf vier Rädern in Michael Mannscher Hochglanz Bildästhetik. Ein Thriller, der aus den 80ern stammen könnte und an Filme wie "Der Einzegänger" oder den thematisch ähnlich gelagerten "Driver" erinnert. Cliff Martinez Elektronik-Soundtrack ist Ear Candy, der wohl nicht nur zufällig wohlige Erinnerungen an Tangerine Dreams exzellenten Soundtrack für "Thief" aufkommen lässt.
"Drive": ein fabelhaft fotografiertes, absolut kompromißloses Meisterwerk, das ab jetzt zu meinen Lieblingsfilmen gehört. 

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