Donnerstag, 9. Mai 2013

Unerfreuliche und beunruhigende Entwicklungen in SecondLife....

Letzte Woche haben wir noch mit gezückter Klinge die SecondLife Kulturszene verteidigt, wobei wir exemplarisch vor allem unsere eigenen Aktivitäten aufgezählt haben. Ausgerechnet jetzt kommt es zu eher unerfreulichen Entwicklungen, die sich sehr nachteilig auf das Kulturangebot in SecondLife auswirken könnten. Und wieder verstärkt sich bei uns der  Eindruck, dass es Lindenlabs mittel- bis langfristig auf eine Entmietung des eigenen  Metaversums anlegt. Zumindest sieht es einmal mehr so aus, als hätten die Entwickler selbst von allen das geringste Interesse am Fortbestand von SecondLife.
Das erste Problem hat augenscheinlich zunächst gar nichts mit dem Thema Kultur zu tun. Wer bisher Lindendollars kaufen wollte, um sein Zweites Leben zu finanzieren, der konnte das über so genannte Tauschbörsen abwickeln. Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben, gegen Euros virtuelle Währungen zu verkaufen.
Diese Art von Geldgeschäft ist von LindenLabs mit sofortiger Wirkung untersagt worden. Ein Schritt, der vor allem die Anbieter überrascht und sie zwingt, ihre Unternehmen aufzugeben.  Schwierig wird es für alle SecondLife Nutzer, die nicht über Kreditkarte oder per PayPal Währung einkaufen wollen. Sie haben in Zukunft keine Möglichkeit mehr an Lindendollars zu kommen.
TeleLinden ist eine der Tauschbörsen von denen hier die Rede ist. Bisher haben die Einnahmen aus dem Verkauf von Lindendollars den Erhalt der drei SIMs finanziert, aus denen SecondLife München besteht. Mit dem Verbot von externen Tauschbörsen verliert die Region völlig unerwartet ihre komplette Existenzgrundlage.
Hintergrund der neuen Regelung:  In den USA befürchtet man, virtuelle Währungen könnten zur Geldwäsche benutzt werden. Kein Trost für die Betroffenen.
Nachdem SL Leipzig bereits im November 2012 offline ging, wird SL München also eventuell in Kürze folgen – wenn kein Wunder passiert.
Doch es gibt noch mehr Probleme in SecondLife, die ebenfalls mit Lindendollars zu tun haben.
LindenLabs Umgang mit den Kunden ist berüchtigt Trotz nachlassenden Interesse am Produkt war und ist man nicht bereit, die Kosten für Land zu senken.
Deswegen sind OpenSims wie das Metropolis Grid, das German Grid oder Avination (es gibt noch einige mehr!)  bei allen, die gern bauen wollen, in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Die Möglichkeiten sind dort fast dieselben wie in SecondLife, die Preise jedoch erheblich niedriger.
Die Entwickler und Builder in den OpenSims leisten tolle Arbeit. Auch wir geben dort immer wieder gern Gastspiele und beobachten neugierig, wie sich die Szene entwickelt.
Das Problem für uns ist die – noch –  zu kleine Population dort. Es gibt  nur wenige Bewohner, die meisten von ihnen sind selbst vor allem am Bauen interessiert. Es mangelt aber an Konsumenten.
Da die OpenSims nicht die Konsumvielfalt von SecondLife anbieten können,  sind sie für ein Unterhaltungspublikum weniger attraktiv. Die „Bevölkerung“ wächst demnach nicht so, wie sie es in SecondLife mit seinem großen Konsumangebot tut.
Momentan bahnt sich eine neue Abwanderungswelle hin zu den OpenSims an, die einerseits dazu führt, das kulturelle Angebote in SecondLife, aber auch Fans  und Unterstützer der Szene verschwinden.  Würden alle in nur ein Grid migrieren, könnte sich daraus ein großartiger neuer Kulturstandort entwickeln.
Leider ist das nicht Fall, man verteilt sich auf verschiedene Systeme. Die Folge: Die ohnehin nicht besonders große Szene zersplittert auf viele kleine Inseln. Damit verliert sie  an Anziehungskraft auf neues Publikum.
Heute Morgen haben wir erfahren, dass diese Prozesse noch viel schneller eintreten, als wir eigentlich erwartet hatten. Die Landschaft der deutschsprachigen Kulturszene in SL wird sich kurzfristig erheblich verändern. Was damit genauer gemeint ist, darüber werden wir in Kürze hier berichten. Und nein, glücklich sind wir darüber nicht.
Wir machen natürlich weiter wie bisher, sowohl in SecondLife als auch in den OpenSims.  Viele neue Events befinden sich bereits auf der Starbahn. Erst heute Abend hat ein  bekannter deutschsprachiger Science Fiction Autor für eine Lesung im Juni zugesagt, worüber wir uns natürlich sehr freuen.
Wir sind sehr gespannt, wie sich die anstehenden Veränderungen auf unser eigenes Projekt auswirken werden. Auch wir werden die Zusammenarbeit mit den Open Sims weiter verstärken. Dazu haben wir zuviel Spaß an unserer Arbeit im Cyberspace.
Beim diesjährigen FdL 2013 wird es zum ersten Mal auch Veranstaltungen im Metropolis Grid geben. Nicht zeitgleich, aber ergänzend zu den Programmpunkten in SecondLife. Darauf freuen wir uns schon jetzt. 
Und: Wer uns einladen möchte, bei sich aufzutreten, egal auf welchem Grid, ist uns jederzeit willkommen! 
Wir bleiben jedenfalls dran und informieren über alle Entwicklungen.

Kommentare:

  1. Poste doch mal ein paar Tipps, wie man überhaupt in solche Open Grids hineinkommt:
    Welche Viewer gibt es? Welche Open Grids sind für Anfänger geeignet?

    AntwortenLöschen
  2. Guter Punkt Markus. Ich habe vor, unser Tutorial auch auf andere Grids zu erweitern. Der Vorgang ist überall sehr ähnlich. Kurz: Wer SecondLife kann kann auch die anderen Grids.

    AntwortenLöschen