Mittwoch, 1. Mai 2013

Wenn "Tag der Arbeit" dann auch "Woche der Entspannung"...

Nicht dass wir uns missverstehen. Der "Tag der Arbeit" wird von mir als Feiertag gern angenommen, so wie ich jeden anderen Anlass für einen freien Tag sofort vorbehaltlos akzeptieren werde.
Es gibt nämlich viel zu wenig Feiertage hier in Deutschland.
Statt des Tages der Arbeit sollten wir aber dann doch vielleicht eher den Tag feiern, an dem wir uns von der schlimmsten Geißel der Menschheit endlich befreit haben: Arbeit, so wie sie von uns fehlinterpretiert wird. 
Sicher, sicher, ganz ohne geht es nicht. Aber vier Stunden am Tag und drei Tage pro Woche sollten in einer Gesellschaft reichen, die tatsächlich  so hoch entwickelt ist, wie sich selbst gern darstellt.
Seien wir ehrlich: Unser Arbeitszeitmodell verdient es  nicht einmal mehr als steinzeitlich bezeichnet zu werden.
Der Steinzeitmensch hat  instinktiv großen Wert auf Ruhepausen gelegt. War das Mammut einmal gefangen und zerlegt, hat man es sich die nächsten zwei Wochen stilecht in der Höhle bequem gemacht.
Dann ist irgendwas schief gelaufen und wir haben das verlernt.
Heute erwartet man von uns sogar noch fröhlich auszusehen, wenn wir morgens ans Fließband – oder welche Form der Sklaverei 2.0 wir auch immer gewählt haben  – zurückkehren.
Lassen Sie sich ihren morgendlichen Muffelgesichtsausdruck nicht verbieten! Er ist ein deutliches und notwendiges Statement, um auf einen großen gesellschaftlichen Missstand hinzuweisen: Die allgemeine Überarbeitung!
Denn wenn  wir einen „Tag der Arbeit“ feiern, warum dann nicht auch gleich den „Tag der Diarröh“, den „Tag des Gallensteins“,  den „Tag des Zähneziehens“, den „Tag des mitten in der Nacht Aufstehens“, den „Tag des Kopfschmerzes um die Mittagszeit“,  den „Tag des durch Stress bedingten Herzinfarktes“, den „Tag des Sekundenschlafes auf der Autobahn nach 18 Uhr“? 
Nein! Wenn es einen Tag der Arbeit gibt, dann sollte es auch eine Woche der Entspannung geben. Denn Entspannung verdient es wahrlich, von der Gesellschaft gefeiert zu werden. Wo wären wir heute, wenn wir nicht alle zumindest selten noch Gelegenheit zur Entspannung finden würden.
Arbeit ist nicht der Motor unserer Gesellschaft.
Es ist die Entspannung!
Feiern wir sie gebührend. Am besten einen Monat lang!!
Ich gehe mich jetzt entspannen. Mit einer Zigarre im Mundwinkel am Grill.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen