Freitag, 14. Juni 2013

Warum Schizophrenie für Autoren dringend erforderlich ist...

...möchte ich an dieser Stelle am Beispiel unserer heutigen Lesung in Wuppertal deutlich machen. Es war großartig. Wirklich. Ein fulminantes Erlebnis, wie man es sich als Autor wünscht. Glücklicherweise hatte ich die Gelegenheit, den Abend ausführlich fotografisch zu dokumentieren. 

Die ersten Gäste hatten sich schon 30 Minuten vor Beginn der Lesung im Café versammelt. Rechts im Bild Klaus, der aus Hamm angereist war. Den jungen Mann in der Mitte hatte ich bis dahin noch nie gesehen, seine Freundin kam mir allerdings bekannt vor. Ich mag ihren schrägen Zylinder.


Mit Georg in der Mitte habe ich später noch angestoßen, ein begeisterter SF Leser. Seine Frau links im Bild war wohl nicht unbedingt ein Fan, aber sie gab sich Mühe an der einen oder anderen Stelle mitzulachen. Der Bursche auf dem Stuhl rechts mit dem Rücken zu uns hat die ganze Zeit irgendwelche Formeln auf einen Notizblock gekritzelt. Wohl Mathematiker oder so. 
Diese beiden Fans sind vor allem Internova Leser. Allein für sie hat es sich gelohnt , Anil Menons Geschichte zu übersetzen, dann auszudrucken und den Vortrag einzuüben. Jederzeit wieder gern.

Ganz links ein Vetreter der Presse - wohl auch Cyberpunk Enthusiast - , in der Mitte ein Reporter eines Wuppertaler Lokalradiosenders. Rechts auf der Couch eine grüne Fee mit einem kleinen Einhorn auf dem Schoss, von dem ich nicht sicher bin, ob es echt war. Der Kerl mit derr Clownsnase hinter ihr hat wohl versucht bei ihr zu landen. 


Ich könnte schwören, dieser Typ sieht aus wie Philip K. Dick. Faselte was  von Prismen und  rosa Strahlen, die ihn mal getroffen hätten. Die Männer vom FBI haben ihn dann später mitgenommen.

Im Vordergrund: Vier Nova Enthusiasten aus Wuppertal und Düsseldorf. Ganz ehrlich: Für solche Fans fahre ich gern 40 Kilometer.  Links hinten am Fenster seht ihr mich. Wie man erkennen kann, habe ich mich dem besonderen Bedürfnis unseres Publikums nach Nichtanwesenheit angepasst.
Nach so einer anstrengenden Lesung hat man sich eine Belohnung verdient.
Wenn Ihr denn jetzt sehen könnt, seid ihr gearscht. Die Psychose war wohl ansteckend.

Offensichtlich befürchteten unsere potentiellen Zuhörer durch ihre Anwesenheit den aristotelischen Grundsatz, dass sich zwei Körper nicht exakt am selben Ort befinden können, zu verletzen. Eine begründete Sorge, das Universum hätte schließlich implodieren können. 

Richtig. Ihr habt die Bilderserie korrekt gedeutet. Unsere Veranstaltung war so überlaufen, dass die Polizei alle nach Hause geschickt hat. 

Du Kueperpunk, wie geht man als Autor damit um, wenn keiner kommt? 

Du bestellst dir was zu essen, rauchst in Würde eine Zigarre und fährst nach Hause. In 13 Jahren habe ich so eine Situation jetzt zum dritten Mal erlebt. Zum ersten Mal auf einem Anomyme-Jedi-Selbsthilfe-Con gemeinsam mit Armin Rössler im Jahr 2005, dann im berüchtigten Soester Publikumsvakuumkessel und heute in Wuppertal. 
Und was zieht man daraus für Konsequenzen?

Ganz einfach.Wenn morgen einer sagt: Komm wir machen eine Lesung, du musst bloß 600 Kilometer fahren, es kommen mit Glück vielleicht drei Leute - dann setze ich mich in Auto oder Zug und fahre los. Weil ich das einfach gern tue, weil es mir so verdammt großen Spaß macht, weil ich weiß, dass ich es nicht nur kann, sondern dass ich es auch noch gut kann und weil so eine Scheiße gelegentlich passiert. Und dann bloggst du eben drüber und machst ne bescheuerte Fotostory draus.
Nach der Lesung ist vor der Lesung.

Kommentare:

  1. Torstileinchen^^, das tut mir echt leid für Euch...das nächste mal, macht ihr das bei uns, dann machen wir Euch die Hütte voll.
    Aber trotzdem, doller Post!!!

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  2. ... auweh, das tut mir leid!
    In SL hatten wir das aber so noch nicht, soweit ich weiß.
    Ein super Fazit:
    " ... .Wenn morgen einer sagt: Komm wir machen eine Lesung, du musst bloß 600 Kilometer fahren, es kommen mit Glück vielleicht drei Leute - dann setze ich mich in Auto oder Zug und fahre los. Weil ich das einfach gern tue, weil es mir so verdammt großen Spaß macht, weil ich weiss, dass ich es nicht nur kann, sondern dass ich es auch noch gut kann ..."!!
    Und:
    "Nach der Lesung ist vor der Lesung."!
    Genau!
    Alles Gute und freundliche Grüße
    BukTom Bloch

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  3. Weiah! Und ich hätte tatsächlich vorbeigeschaut, hätte mich mein Söhnchen denn gelassen. Aber mal ehrlich: Diese wundervolle Fotostory wäre ja dann so etwas von verdorben worden - das wäre ja dann fast ein bisschen schade gewesen! ;-)

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  4. Man sollte die Fotogeschichte als eigenes Buch heraus geben!

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  5. Naja, das Wetter war ja auch recht schön. Und "SF", wie du schon mal erwähntest ist das nicht gerade der Renner unter Zuhörern.
    Das ist das dumme am I. Net, die Leute setzten ihren Arsch nur ungern in Bewegung. Eben das betrifft beileibe nicht nur die Phantastischen Themen und deren Autoren oder Künstler. Ist in anderen Bereichen nicht ganz unähnlich.
    Stellt sich die Frage was man dran ändern kann. ob nun als Autor oder Künstler?

    Das der Artikel, der meist aufgerufene zurzeit ist wundert mich nicht im geringsten. Bestimmte Leutchens sehen es bestimmt gerne, die leeren Stuhlreihen, feixen und haben ihren verblödeten eingebildeten Spaß.

    Du nimmst es mit Humor ;-). Und das ist gut so.

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  6. "Und wie lange haben Sie schon diese Halluzinationen?", fragte der Psychiater die leere Patientencouch...

    Noch schwerer traf es aber seinen Kollegen, der mit dem Sofa auf dem Rücken zur Sekretärin sprach: "Fräulein Susi, ich muß zu einem dringendem Hausbesuch!"

    Kein Beruf hat es heutzutage noch leicht.

    Vielleicht solltest Du ebook-Hauslesungen via Internet anbieten? Jederzeit willig und billig...

    Wenn uns die Computer nicht verlassen, "kommen" wir dann wenigstens am nächsten Samstag zu Deiner Lesung bei den "Brennenden Buchstaben". Und das trotz der etwa 600 Kilometer nach Köln...

    Cat Abeyante und Frank Untermeyer aus Dresden

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  7. Ist schon echt blöd, wenn keiner kommt. Doch Humor ist da wohl das beste. Vielleicht ging es den Leuten so, wie meinen potentiellen Zuhörern: Die kamen nicht, weil es denen zu voll war! :)

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