Dienstag, 26. November 2013

Politiker - ermüdet oder ermüdent?

Das abendliche Lokalformat nimmt ausgerechnet die Koalitionsverhandlungen zum Anlass, um auf die gesundheitliche Gefährdung durch Übermüdung hinzuweisen und ich verschlucke mich vor Lachen an meinem Kaffee.
Was Mitleid mit Politikern angeht, tue ich mich sowieso immer etwas schwer. Ganz besonders, wenn es darum geht, dass unsere bis zum Lebensabend und darüber hinaus ins Rundum-Sorglos-Paket eingewickelten Entscheidungsträger ermüden könnten.
Mich ermüden ihre Beschlüsse seit Jahren, ganz davon abgesehen, dass sie viele von uns regelmäßig um den wohlverdienten Schlaf bringen - den man als ARBEITENDER Mensch ja auch tatsächlich dringend braucht. Aber das ist etwas, von dem unsere  Damen und Herren naturgemäß wenig verstehen.
Wenn unsere von angeblich von niemandem gewählten Volksvertreter dann tatsächlich mal 48 oder 72 Stunden Edelmineralwässer verkosten, Schnittchen knabbern und dabei auf dem PAD surfen müssen, ist das eben ausnahmsweise mal so und ihr Problem. Was am Ende unten und hinten dabei herauskommt ist leider unseres. Und das macht mir mehr Sorgen.
Man ist sich anscheinend schon einig, dass es Tätigkeiten gibt, die keine 8,51 € pro Stunde wert sind. Was die Mitarbeit bei den Koalitionsverhandlungen angeht, so würde ich bei diesem speziellen Beispiel vorbehaltlos zustimmen. 
Ein Mediziner erklärt jetzt gerade, wie gefährlich Schlafentzug für Körper und Geist ist und fügt augenzwinkernd hinzu, dass sich durch zu lange Sitzungen manche politische Fehlentscheidung erklären lässt.
Ja, es wäre schön, wenn jeder politische Unfug der letzten Jahrzehnte die Folge von Übermüdung gewesen wäre. Alles wäre am nächsten Morgen reparabel gewesen. 
Aber auch bei Tageslicht und gut ausgeschlafen durch die geputzte Brille betrachtet, halten unsere „Vordenker“ ihre Fehlentscheidungen für grandiose Einfälle.   Kein Wunder, denn sie sind verdammt ausgeschlafene Bürschchen (und Mädels) und wussten ganz genau, was sie in Weilaun…äh im Halbschlaf anrichten.
Ich kuschele mich gleich in mein Bett und wünsche den von mir zum größten Teil nicht gewählten Damen und Herren Politikern noch viel Vergnügen dabei, während sie sich für 72 Stunden mal wieder ein Bild davon machen, wie sich Arbeit anfühlt und warum sie ihr erfolgreich aus dem Weg gegangen sind.

Gute Nacht.

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