Samstag, 12. April 2014

Der Interviewcountdown zum BB E-Book Event 2014 - Heute: Oliver Buslau...



Oliver Buslau ist neben Frank Sorge der wohl dienstälteste Vortragende in SecondLife. Bei den Brennenden Buchstaben ist er regelmäßiger und gern gesehen gesehener Gast. Davon abgesehen ist er ein sympathischer Typ, mit dem man gern Zeit verbringt, um über Literatur und das Leben an sich zu plaudern. Mir kommt es immer so vor, als würde ich ihn schon seit Jahren kennen. Tatsächlich sind wir uns noch nie persönlich begegnet. Aber vielleicht kann man das dieses Jahr mal ändern. 


Ich zitiere:

H: Was ist das BB E-Book Event (für dich)? Warum nimmst du teil?
O: Elektronische Bücher in einer digitalen Welt vorstellen – was liegt näher? Ich nehme aber nicht nur teil, weil mich das Medium E-Book interessiert, sondern weil Lesungen in virtuellen Welten für mich schon eine Tradition sind, seit ich 2006 in Second Life mein zweites Leben als Avatar begonnen habe. Ich glaube, ich kann sagen, dass es da sogar einen treuen Fankreis gibt.
H: Wie siehst du das Medium Ebook im Vergleich zum klassischen Papierbuch? Persönlich, Philosophisch aber auch kommerziell.
O: Persönlich habe ich gerade in letzter Zeit den Eindruck gewonnen, dass sich das Papierbuch trotz den Zuwächsen im elektronischen Bereich behauptet. Ich finde auch, dass es zweierlei Arten von Lesen sind. Ich selbst besitze etwa 30 bis 50 E-Books, aber natürlich deutlich mehr Papierbücher, und wenn ich einen neuen Titel kaufe, bevorzuge ich in der Regel auch das Papierbuch.  E-Books nutze ich bei kürzeren Texten, manchen Sachbüchern, Klassikern und Romanen, die nicht so lang sind.
Philosophisch? Es ist ein bisschen wie der Gegensatz zwischen Album (CD) und Musikdownload. Es ist schön, etwas zu haben, das man zu Hause ins Regal stellen oder auf den Tisch legen kann. Trotzdem ist das E-Book natürlich eine wunderbare Möglichkeit, Bücher schnell zu ihren Interessenten zu bringen – auch ohne dass ein Verlag dazwischen steht.
Kommerziell gesehen spielt für mich persönlich das E-Book-Format im Vergleich zu der Printverbreitung übrigens keine besonders große Rolle. Das wird sich sicher noch ändern. Oder auch nicht, und zwar aus diesem Grund: Was mir wie vielen Autoren nämlich Sorgen bereitet, ist die illegale Verbreitung von Raubkopien. Was mich betrifft, kursierten die schon im Netz, als es von meinen Titel noch gar keine legalen E-Books gab.
H: Wie siehst du das Medium SL im Vergleich zur realen/normalen Welt? Was hältst du von den Kulissen in SL bei deiner Lesung?
O: Die Reichweite ist in SL größer, und das macht die Sache wirklich interessant. Andererseits gibt es auch Begrenzungen. Ich hatte in der realen Welt Lesungen mit 200 Leuten und mehr. Ich glaube, so viele würden nicht auf eine SIM passen.
Sehr angenehm finde ich, dass ich selbst die Lesung von zu Hause aus machen kann und mich damit selbst in einer sehr entspannten Atmosphäre befinde. Keine Verkehrsprobleme, die einen auf dem Weg zur Lesung nervös machen können – fantastisch! Das einzige, womit man manchmal ein bisschen kämpft, ist die Technik. Die Kulissen sind natürlich wichtig, denn darin besteht ja gerade der Reiz einer virtuellen Welt – das man sie ausstatten kann, wie man will. Eben auch einen Lesungsort.
H: Was liest du auf den Ebook-Event? Bist du vor der Lesung aufgeregt, hast du gar Lampenfieber?
O: Ich lese aus meinem neuesten Krimi “Der Bulle von Berg”. Das ist der achte Fall für den Wuppertaler Privatdetektiv Remigius Rott, mit dem auch meine Krimikarriere im Jahr 2000 begonnen hat. Ich habe zwischendurch auch immer mal eine andere Krimirichtung eingeschlagen, aber jetzt war es mal wieder Zeit, dass Rott einen neuen Fall bekommt. Seine Krimis sind klassische Detektivgeschichten und spielen im Bergischen Land – also in der Gegend östlich von Köln, einem Landstrich voller einsamer Landstriche, alter Industrie, aber auch mit Großstädten wie Wuppertal, Solingen, Remscheid oder Bergisch Gladbach, wo ich selbst auch wohne.
Das Buch erscheint Mitte April.
Aufgeregt bin ich eigentlich nicht. Es ist eher eine freudige Anspannung, die ich vor einer Lesung empfinde. Das ist auch bei RL-Lesungen so. Wie oben gesagt, ist einem höchstens ein bisschen mulmig wegen der Technik. Aber auch damit habe ich schon viel Erfahrung sammeln können. Durch meinen SL-Freundeskreis habe ich die Leute vom Internetsender Secondradio kennen gelernt und Ende letzten Jahres begonnen, dort live eine monatliche Musiksendung zu moderieren. Dadurch habe ich auch viel über die Technik gelernt. Die Lesung wird auch über Secondradio übertragen. Wahrscheinlich werde ich gar nicht mit dem etwas unzuverlässigen Voice arbeiten, sondern wie bei meinen Moderationen direkt über den Stream gehen.

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