Freitag, 25. April 2014

Der Interviewcountdown zum BB E-Book Event 2014 - Heute: Frederic Brake...

Frederic ist häufiger und besonders gern gesehen Gast bei Lesungen der Brennenden Buchstaben. Markus hat ihm einige Fragen gestellt. 


Ich zitiere: 

H: Was ist das BB E-Book Event (für dich)? Warum nimmst du teil?
FB: Das BB-E-Book-Event ist ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in
SL. Wo sonst hat man eine solche Dichte von hervorragenden
Künstlern/Autoren zeitlich so geballt? Als “kleiner” Autor ist es
ohnehin schon schwer, Lesungen machen zu dürfen. Wenn man sie dann in
einem so tollen Rahmen machen darf, ist das echt groß!
H: Wie siehst du das Medium Ebook im Vergleich zum klassischen
Papierbuch? Persönlich, Philosophisch aber auch kommerziell.
FB: E-Book ist für mich eine deutliche Gewichtserleichterung. *lacht* Ich
lese viel, da sind Bits und Bytes viel besser als toter Baum. Rein
philosophisch sehe ich das gar nicht. Ich finde die Diskussion darüber,
ob E-Books irgendwann die Papierbücher ersetzen unnütz. Das ist so. als
wenn ich sage, ich fahre gerne mit einer Pferdekutsche, ich liebe den
Geruch der Tiere und die gemächliche Bewegung, habe aber einen 140 PS
starken Sportwagen in der Garage. Will heißen, dass Papierbücher
sicherlich einen nostalgischen Reiz haben werden. Aber die Zukunft gehört
elektronischen Medien. Nicht in 20-25 Jahren, aber in 50-100.
H: Wie siehst du das Medium SL im Vergleich zur realen/normalen Welt?
FB: Interessante Frage. Mal überlegen … Selbstverwirklichung. Gerade hier
kann/darf/muss man experimentieren. Mit Verhaltensweisen, Sozialkodizes,
Aussehen. Such dir was aus. Der virtuelle Raum erodiert die Grenzen des
realen Raumes und setzt Potentiale frei. Ich bewege mich selten in SL,
doch wenn, dann probiere ich auch immer etwas aus. Stell dir mal nur
vor, ich würde so in der realen Öffentlichkeit herumlaufen? Stell dir
vor, wieviel Aufsehen so manches Bauwerk oder Installation in der realen
Welt verursachen würden, weil sie dort nämlich unmöglich wären? Was ich
allerdings auch sagen muss ist, dass ich SL rein als Spielwiese sehe,
nicht als Spiegelung realen Lebens. Halt. Stimmt so nicht. Bestimmte
moralische Werte und Regeln gelten multiversal. Wir haben ja beim
letzten Mal schon so schön über über Metaversen etc. philosophiert.
Ansonsten ist SL DNA-Hacking, Megalego und virtuelle
Persöhnlichkeitsfischertechnik. Einfach gut! Berührungsängste existieren
für mich insofern, als das ich immer im Hinterkopf habe, gegen einen
Kodex zu verstoßen, den ich nicht kenne. Bisher ging es immer gut.
H: Was hältst du von den Kulissen in SL bei deiner Lesung?
FB: Da muss ich passen. Ich sehe die Kulissen immer erst, wenn ich zur
Lesung auftauche. Ich lasse mich gerne von der Stimmung einnehmen und
das dann auf die Lesung durchwirken. Da ich im Krümelkram lese, kann ich
davon ausgehen, dass mich eine tolle Kulisse erwarten wird. Freue mich
schon drauf. Bisher war ich immer von den Kulissen in SL geflasht.
H: Was liest du auf den Ebook-Event?
FB: Ich werde exklusiv aus meinem Ende Mai erscheinenden zweiten E-Book
»dunkelste Stunden« vorlesen. Es handelt sich um eine
Kurzgeschichtensammlung, die … düster ist. Es wird also nicht wirklich
lustig. Wie von mir gewohnt *zwinkert*. Nebenbei handelt es sich um eine
Werkschau über die 5 Jahre, die ich mich jetzt als Autor versuche. Ich
kann versprechen, dass es sehr persönlich wird, philosophisch, gruselig
und … düster halt.
H: Bist du vor der Lesung aufgeregt, hast du gar Lampenfieber?
FB: Yep. Da ich nicht nur einfach vorlese, sondern immer auch die Figuren
spiele, also per Stimme, Duktus, Stimmlage etc., bin ich immer vorher
sehr aufgeregt, ob alles funktioniert, was ich mir vorher ausgedacht
habe. Da hilft auch alles Üben nichts. Zumal ich keine direkte
Rückmeldung über Körperhaltung oder Mimik der Zuhörer habe, nur über die
Kommentare. Das macht es doppelt spannend. Ich erinnere mich noch an
eine Live-Lesung beim Bücherpicknick, da habe ich eine Story mit sieben
Charakteren gelesen. Ich war anschließend auf. Und trotzdem hat es einen
riesigen Spaß gemacht. Da hat das Lampenfieber bis nach der Lesung
gehalten. Ich glaube, ich hatte sogar noch etwas Restblut im Adrenalin.
Also, ja, ich bin immer aufgeregt und habe immer Lampenfieber.

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