Mittwoch, 16. April 2014

Interviewcountdown zum BB E-Book Event 2014 - Heute: Alex Jahnke...




Markus Gersting hat den berühmten Clockworker alias Captain Serenus Alex Jahnke ins Kreuzverhör genommen. Der wird auf dem E-Book Event aus seinem satirischen Reichsflugscheibenroman "Neues aus Neuschwabendland" lesen. 


Ich zitiere: 

H: Was ist das BB E-Book Event (für dich)? Warum nimmst du teil?
AJ: Darauf gekommen bin ich durch eine Einladung von Kueperpunk, wofür ich sehr dankbar bin. Ich mag solche Events abseits der Mainstream-Kultur, bei der man selber auch viele unbekannte Perlen entdecken kann und von Autoren hört, auf die man sonst wahrscheinlich nie aufmerksam geworden wäre.
H: Wie siehst du das Medium Ebook im Vergleich zum klassischen Papierbuch? Persönlich, Philosophisch aber auch kommerziell.
AJ: Ich bin ein ausgesprochener Bibliophiler und kämpfe täglich mit dem Problem, dass ich zu wenig Wände für meine Regale habe. Trotz dieser Liebe zu Gedrucktem, bin ich auch vom Ebook begeistert. Beide Medien habe ihre Vorteile, die man nicht gegeneinander stellen sollte oder gar einen Grabenkampf führen. Bücher haben eine Haptik, einen Geruch und es ist schon fast ein sinnliches Erleben sich durch einen alten Foliaten blättern. Man mag das Datennostalgie nennen, aber auch Vinyl ist trotz vieler Traueranzeigen nie gestorben. Ebooks überzeugen durch ihre praktischen Vorteile, die letzte Lesestelle wird sich gemerkt und die Gefahr vom Reader im Bett beim Lesen erschlagen zu werden ist relativ gering. Gerade wenn es mir nur um die Geschichte geht, bevorzuge ich das Ebook – Heftromane sind da ein sehr gutes Beispiel. Mittlerweile lese ich eigentlich auch lieber auf einem Ebook-Reader als in einem Buch und ärgere mich oft, dass ich für ein gekauftes Papierbuch nicht das Ebook dazu bekomme.
Kommerziell halte ich ich die einfache und schnelle Möglichkeit des Selfpublishings für einen echten Gewinn in der Literatur. So können auch unbekannte Autoren ihr Werk in die Öffentlichkeit bringen und ihre Leser finden, die bei einem normalen Verlag vielleicht nie eine Chance gehabt hätten. Die Chance muss gar nicht mal an der Qualität der Geschichte liegen, sondern einfach daran, dass Verlage mit Manuskripten überflutet werden.
H: Wie siehst du das Medium SL im Vergleich zur realen/normalen Welt? Was hältst du von den Kulissen in SL bei deiner Lesung?
 AJ: Anfänglich war ich skeptisch, ob eine Lesung in einem virtuellen Raum wirklich funktioniert. Aber nach meinem ersten Versuch dort, war ich mehr als positiv überrascht, wie gut es dort funktioniert. Zum einen rein praktisch, weil die Zuhörer keinen großen Aufwand treiben müssen, um teilzunehmen und daher oft deutlich interessierter sind. Vor allem überzeugt aber die ganz eigene Atmosphäre in SL. Wann hat man schon mal die Möglichkeit in einer passenden Kulisse zu lesen? Bei einer normalen Lesung ist man oft froh, ein Glas Wasser zu bekommen, aber in SL bekommt man eine ganze Welt dazu und Zuhörer, die sich ebenfalls oft in die passende Kleidung geworfen haben.
H: Was liest du auf den Ebook-Event? Bist du vor der Lesung aufgeregt, hast du gar Lampenfieber?
AJ: Ich werde aus “Neues aus Neuschwabenland” lesen, ein satirisches Tagebuch des Adjutanten der letzten geheimen Nazibasis in der Antarktis – das natürlich nur auf reinen Fakten beruht.
Aufregung gehört zu jeder Lesung, man ist natürlich gespannt, wie das Publikum reagiert und ob das Buch gefällt. Man müsste schon sehr abgebrüht sein, diese Aufregung nicht zu haben. Lampenfieber ist es allerdings nicht, da ich in SL auch den Vorteil habe, in gewohnter Umgebung zu sein und daher deutlich entspannter bin.

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