Montag, 7. April 2014

Markus Gerstings Interviewreihe zum BB E-Book Event 2014 - Heute: Anja Bagus...

Markus muss aich Wochenende sowas von ins Zeug gelegt haben. Anders ist jedenfalls nicht zu erklären, wie er in nur 48 Stunden so viele Interviews führen konnte. Er wird langsam aber sicher zum rasenden Reporter. Wir finden`s toll, denn zu einem guten Event, gehört natürlich auch eine informative Vorlaufphase. Danke für Deinen Einsatz, Markus!

Anja Bagus liest übrigens auch beim Steampunk Realevent in der Bibliothek Monheim!


Heute (am Samstag) hatte ich das Vergnügen Anja Bagus relativ spontan für ein Interview in SL begeistern zu können. Nach ihrer ersten fulminanten Lesung im Kafe Krümelkram ist der Kreis der Literaturschaffenden in SL um eine weitere engagierte  Schriftstellerin gewachsen. Wie ihre Hauptcharakterin AnnabelleRosenherz scheint sie vielen aufgeschlossen und sehr entschlussfreudig zu sein. Und so bekam ich dann sehr netten Besuch in der HünenSphäre in SL.
AnnabelleRosenherz: Ist dir das jetzt recht oder sollen wir uns für später verabreden?
Hydors Golem: Gerne, wir können loslegen.
AnnabelleRosenherz: ok
Hydors Golem: das hier ist 1500 Meter über dem Kafe Krümelkram, ich hoffe du leidest nicht unter Höhenangst ;)
AnnabelleRosenherz: Oh, leider habe ich Höhenangst.
Hydors Golem: wir können uns ans Lagerfeuer setzen , ins Benno Feuerohr-Zelt oder in der Hünensphäre in die Lobby.
AnnabelleRosenherz: Lagerfeuer.
Hydors Golem: Gut ist gleich hier.
AnnabelleRosenherz: :)
Hydors Golem: Du kannst dich auch auf die Bank setzen wenn du möchtest
AnnabelleRosenherz: Ich versuch’s … leg los!
Hydors Golem: Erstmal vielen Dank das du dich für ein Interview bereit gefunden hast
AnnabelleRosenherz: Gerne
Hydors Golem: Du bist ja vor kurzen schon auf einer Lesung in SL gewesen, wie bist du zum BB Ebook Event gekommen?
AnnabelleRosenherz: Der Kueperpunk hat mich gefragt. Und ich mache alles mit – fast alles
Hydors Golem: Gut, gut. Wie stehst du zum Thema Ebooks im Verglich zum klassischen Papierbuch?
AnnabelleRosenherz: Sie sind eine tolle Ergänzung. Viele, die sich erst das eBook kaufen, kaufen sich nachher auch noch das Papierbuch. Ich liebe meinen eReader, er ist leicht und dünn. Zu dem lese ich gerne im Bett, und ein dickes Buch zu haben ist da lästig.
Aber dünne Bücher sind …. eben dünn.
Hydors Golem: ja aber, der Inhalt ist beim eBook ja nicht durch die Dicke bestimmt, es passt zur Not ja eine halbe Bibliothek auf einen eReader. Du brauchst das Gefühl ein dickes Buch in Händen zu halten?
AnnabelleRosenherz: Nein, das nicht, aber ich lese wahnsinnig schnell und ein dünnes Buch ist dann so schnell zu Ende
Hydors Golem: Die wirklich dicken Werke sind schon sehr aufwendig, es ist wohl für die Autoren besser öfter dünnere Bücher auf den Markt zu bringen oder?
AnnabelleRosenherz: Hmmm, das kann ich so einfach nicht beantworten. ich liebe es sehr in Bücher lange einzutauchen. Aber es gibt natürlich auch die Heftromanleser, die schnell durch sein wollen. Also ich habe mich auf etwa 4000 Seiten eingependelt, bei meinen Büchern, da kann ordentlich was passieren
Hydors Golem: Wow, 4000 Seiten, das ist eine ganze Menge! Wie lange schreibst du an denen?
AnnabelleRosenherz: Nein!!! 400, hab ich mich vertippt. lach
Hydors Golem: Ja, das ist eine gute Größe. Die Handlung braucht natürlich Platz. Vor allem wenn man das Umfeld dann noch richtig würdigen möchte – was in der Phantastik ja immer etwas aufwendiger ist
AnnabelleRosenherz: Ja. man hat ja auch noch eine ganze Welt zu bauen. Manchmal. Ich habe ja die echte Welt nur verändert, da habe ich es mir leicht gemacht.
Hydors Golem: Macht das Steampunk so interessant? Die Frage wie hätte die Welt wohl ausgesehen hätte, wenn man damals so etwas wie den Aether gefunden hätte?
AnnabelleRosenherz: Hm. Also meine erste Entscheidung war, ich will Steampunk schreiben. Das mit dem Aether kam dann dazu. Ich wollte eigentlich einen “richtigen” Abenteuerroman schreiben, also so was wie Indiana Jones.
Aber das hat nicht geklappt, also meine Musen wollten das nicht. Naja, und dann wurde es ein Mischmasch, der schliesslich ein bisschen was Eigenes hat.
Manche nennen es schon Aetherpunk
Hydors Golem: Sehr gut – ich habe deiner Lesung gelauscht und war sehr beeindruckt von dieser eigenen Welt. Mit dem Aether lässt sich ja einiges anstellen, aber auch die sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen kommen bei dir ja nicht zu kurz.
AnnabelleRosenherz: Ja, wie gesagt, da kam mehr aus mir heraus, als nur ein “einfacher” Abenteuerroman. Ich konnte die anderen Gedanken nicht abstellen. Aber geplant war das so nicht. Ich habe das erste Buch total aus dem Bauch heraus geschrieben. Das ist der Vorteil, wenn man eigentlich gar nicht die Absicht hat, etwas zu schreiben, was andere lesen. Dass es dann doch so gekommen ist, dass andere das lesen wollen und sogar dafür bezahlen, ist natürlich schön.
Hydors Golem: Auf jeden Fall und es ist denke ich ein gutes Zeichen wenn die Handlung und Charaktere so stark sind, das sie förmlich ein Eigenleben entwickeln. Es gibt da ja die Unterscheidung zwischen Entdeckern und Planern bei Autoren. Wo würdest du dich da einordnen?
AnnabelleRosenherz: Ganz klar Entdecker
Hydors Golem: Schön, bei meinem eigen Versuchen bin ich mit der entdeckenden Schreibweise auch besser gefahren. Es ist irgendwie spannender und inspirierender wenn nicht alles vorgeplant ist.
AnnabelleRosenherz: Ja, aber es gibt auch Fallen. Man muss schon ein wenig eine Richtung haben, sonst geht die Spannung flöten. Ich weiß immer so grob wo es hingehen soll, und dann lass ich mich überraschen.
Hydors Golem: Das geht mir ähnlich, die Hauptidee hinter dem Roman sollte präsent sein. Was wirst du den auf dem eBook Event lesen?
AnnabelleRosenherz: Oh, das weiß ich noch nicht. Ich kann aus dem zweiten Band lesen, oder vielleicht eine eigenständige Geschichte – ich bin da flexibel :).
Hydors Golem: Fällt es dir schwer da ein oder zwei Kapitel aus dem Roman auszusuchen? Das ging mir bei meiner ersten Lesung so.
AnnabelleRosenherz: Das ist furchtbar. Man denkt, das ist toll und dann denkt man …. neee, da muss ich ganz viel erklären … und dann hat man Lieblingsstellen, die alle anderen aber gähnend langweilig finden.
Und dann muss man Stellen finden, die neugierig machen, aber nicht zu viel verraten.
Schlimm.
Gerade im zweiten Teil ist es fast unmöglich, nicht zu viel zu verraten.
Hydors Golem: Und dann ist da noch der Zeitfaktor, es ist doch erstaunlich wie schnell die Zeit beim Lesen verrinnt, vor allem wenn man einen guten Querschnitt bieten möchte.
AnnabelleRosenherz: Ja. Und man weiß ja von sich selbst, dass man nach einiger Zeit abschaltet. Also muss man sich echt einschränken. Da war das ganz schön, dass der Kueper bei mir mitgelesen hat, das machte es abwechslungsreich
Hydors Golem: ja er hat eine tolle Stimme und ist ein begnadeter Vorleser. Bist du eigentlich vor einer Lesung aufgeregt oder hast gar Lampenfieber?
AnnabelleRosenherz: Geht so. Natürlich ein bisschen schon, aber ich freu mich immer total, was machen zu können. Ich mag es mit Leuten zu quatschen und freu mich, wenn man Interesse hat.
Hydors Golem: Ja, das ist mit das Beste an den Lesungen, wenn man bemerkt, das die Leute Interesse haben und sogar Fragen stellen. Wie siehst du das: Lesungen in SL im Vergleich zu denen in RL?
AnnabelleRosenherz: Ich mochte das im SL, weil ich es mir zuhause gemütlich machen konnte, mit Wärmflasche und so. Ich bin immer verfroren. Ausserdem hasse ich es, Make-up zu tragen, tue das aber im echten Leben bei Auftritten.
Also ich kann das SL nur empfehlen. Und das mit dem Avatar Bauen hat mir Spass gemacht, ich probier gerne rum. Ich liebe meine langen Haare hier, in Wirklichkeit habe ich einen Kurzhaarschnitt.
Hydors Golem: Ja, in SL hat man ganz andere Möglichkeiten sich und die Umgebung der in der Geschichte anzupassen. Was hältst du von den Kulissen in SL (hast du auch mal andere Lesungen hier besucht?)
AnnabelleRosenherz: Die Kulissen sind super. Ich war auch mal in Barloks Hafen, aber das war es auch schon. Aber das ist schon sehr stimmungsvoll, wenn man eine massgeschneiderte Kulisse hat.
Hydors Golem: Ja, die sind echt beindruckend. Wenn man denkt es geht nicht mehr besser, setzt der Barlok immer noch einen drauf. Aber auch die anderen Kulissen hier sind immer mit sehr viel Liebe gestaltet.
AnnabelleRosenherz: Ja, ich fand den Kuchen bei meiner Lesung toll. Einige kritisieren die Ladezeiten, aber ich finde das nicht so schlimm. Klar sind wir nicht in einem modernen Spiel, aber dort haben wir es auch meist nicht mit echten Gegenübern zu tun.
Ich finde speziell die Idee hier Lesungen und so zu machen sehr ansprechend. Auch den Büchermarkt. Man hat keine Reisekosten und kann trotzdem mit Autoren sprechen und so.
Hydors Golem: Ja man kommt mit einem Mausklick zur Lesung. Ich bin schon auf deine Lesung am 24.05.2014 um 21:00 gespannt. Vielen Dank das du die Zeit gefunden hast hier zum Interview zu kommen. Wenn du möchtest kann ich dich noch in der Hünensphäre kurz herum führen.
AnnabelleRosenherz: Gerne! Also für beides, für das Interview und das Rumführen.
Hydors Golem: Prima, ich speichere das Interview noch schnell ab, dann können wir los …


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