Donnerstag, 1. Mai 2014

Ein Interview mit Jennifer B. Wind...

Auch nach Beginn des BB E-Book Events 2014 interviewt Markus fröhlich weiter. Vor wenigen Wochen hat Jennifer B. Wind zum ersten Mal in SecondLife gelesen. Markus hat sie zu ihren beiden aktuellen Büchern befragt, zu ihren Lesungen, zu E-Books und natürlich zur Bedeutung des Cyberspace für den Literaturbetrieb. 
Bisher haben wir noch keinen Termin für Jennifers nächste Lesung fesetzgesetzt. Eventuell wird sie noch während des BB E-Book Events bei uns auftreten, oder kurz danach.  

Dort nachlesen in Markus Gerstings Blog...

Ich zitiere:

H: Was ist das BB E-Book Event (für dich)? Warum organisiert ihr das / warum nimmst du teil?
JBW: Ich finde das ist eine tolle Sache, ich freue mich sehr dabei zu sein und war auch gleich Feuer und Flamme für die Veranstaltung und habe auch brav überall Werbung gemacht. Denn ich erreiche somit Menschen, die es nie zu einer meiner Lesungen nach Österreich schaffen würden, entweder weil sie zu weit weg wohnen oder durch Krankheit nicht mobil sind. Außerdem ist es auch für mich praktisch. Ich kann das ganz gemütlich von zu Hause aus alles erledigen, egal ob ich am Stand stehe und die Fragen meiner Leser/innen beantworte oder ob ich eine Lesung halte. Computer, Headset und Ruhe reichen vollkommen, ich könnte sogar im Pyjama lesen. *lach* Und eine Buchmesse ohne Drängerei und ohne rumlaufen zu müssen ist einfach megageil, oder?
H: Wie siehst du das Medium E-Book im Vergleich zum klassischen Papierbuch? Persönlich, Philosophisch aber auch kommerziell.
JBW: Aus zuverlässiger Quelle weiß ich, dass bei Bestsellerautoren schon circa ein Drittel als E-Book verkauft werden, Hörbücher liegen bei 5 bis 12 Prozent und der Rest ist Print. Ich denke, das wird sich in den nächsten Jahren noch recht verschieben, vielleicht auf 50/50, gut möglich aber auch, dass sich das Verhältnis umkehrt. Wobei ich glaube, da Europa grundsätzlich an alten Dingen länger festhält, es hier noch länger dauern wird bis das Image des E-Books besser wird. Vor allem, da es jetzt auch sehr gute E-Book Verlage gibt, mit viel Know How und Spitzenlektorat, sodass das E-Book mehr Anerkennung bekommen wird. Einige Jahre lang wird noch sehr viel veröffentlicht werden, aber nur die guten Autor/innen und professionell gemachten E-Books werden sich halten.
Ich verstehe jeden, der lieber Printbücher liest, ich sammle sie immer noch. Allerdings habe ich auch seit Herbst einen Reader und muss sagen, ich bin total begeistert. Es ist irrsinnig praktisch, der Reader ist leichter als jedes Taschenbuch und braucht kaum Platz in der Handtasche. Folglich habe ich ihn immer dabei. Eben war ich über zwei Wochen im Spital und konnte 19 Bücher lesen, ohne eines einpacken zu müssen. Das ist ein Wahnsinnsvorteil, auch für den Urlaub. Früher war der halbe Koffer mit Lesestoff voll, jetzt komm ich mit einem viel kleineren Koffer aus.
Im Reader selbst kann ich mir die Schrift einstellen und auch die Schriftgröße, ich kann mir Notizen machen und etwas hineinschreiben, und es gibt keine Eselsohren. ;-)
H: Wie siehst du das Medium SL im Vergleich zur realen/normalen Welt? Was hältst du von den Kulissen in SL bei deiner Lesung?
JBW: Wie schon oben gesagt, ermöglicht mir dieses Medium ganz leicht, viele Menschen auf meine Bücher aufmerksam zu machen, die nicht in meinem Umkreis leben. Ich war schon als Jugendliche ein Computer- und Technikfreak und deshalb tu ich mir da leichter als andere, mich auf diese Welt einzulassen. Die Kulissen sind der Hammer! Das ist mir schon bei den Lesungen aufgefallen, die ich besucht habe, bevor meine eigene Lesung anstand. Barlok leistet hervorragende Arbeit, ich bin jedes Mal total geplättet, was er sich alles einfallen lässt und über die Zusatzfeatures, wie zum Bsp Schwimmwesten und Helm zu Uwe Laubs Lesung oder die Bootsrundfahrt bei meiner Lesung, wofür er extra ein wundervolles Klosterareal gebaut hat. Einfach genial. Küperpunk und Zauselina sind tolle Moderatoren und Organisatoren, die ich sehr schätze. Küperpunk ist auch sehr offen für neue Sachen, deshalb konnte ich ihn bei meiner Lesung einspannen, eine zweite Person zu lesen. Das war einfach der Hit und hat unglaublich viel Spaß gemacht. Das ist ein weiterer klarer Vorteil von Second Life Lesungen. Man kann unglaublich viel ausprobieren, was in Real Life gar nicht gehen würde. Und für mich ist es irgendwie auch keine irreale Welt, weil ich weiß, dass hinter jedem Avatar eine reale Person steckt.
Es ist kein seelenloses Computerspiel sondern eine Möglichkeit sich zu treffen, auch wenn man weit entfernt wohnt und miteinander abzuhängen, zu plaudern und zu spielen. Aber ich war früher in einer Rollenspielclique und auch auf LARP Partys, ich mag es mich zu verkleiden, hab jede Menge Mittelaltergewandung und Steampunk-Klamotten zu Hause, und ich schlüpfe gern in andere Rollen, schon alleine deshalb bin ich in Second Life gut aufgehoben.
H: Was liest du auf dem E-Book-Event? Bist du vor der Lesung aufgeregt, hast du gar Lampenfieber?
JBW: Ich lese aus meinem Thriller „Als Gott schlief“ der am 25. April 2014 erschienen ist, und aus meinem zweisprachigen Serial „Blutige Orchideen – Bloody Orchids“, das dieser Tage in deutscher und englischer Sprache erscheinen wird. Da ich schon einige Lesungen hinter mir habe, unter anderem in großen Theatern, und eben auch meine erste Second Life Lesung schon erfolgreich absolviert habe, hält sich das Lampenfieber in Grenzen. Wovor ich allerdings immer Angst habe ist, dass niemand kommt ;-) *lach* auch bei den Real Life Lesungen ist meine größte Panik immer die, alleine dort zu stehen oder nur mit einer Handvoll Leute. Aber ansonsten bin ich immer sehr gut vorbereitet und gebe immer mein Bestes, egal wie es mir gerade geht. Ich freue mich schon sehr auf den Event und werde zweimal die Woche abends an meinem Stand stehen und freue mich auf jeden, der vorbei kommt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen