Freitag, 23. Mai 2014

Literatur der Zukunft - Zukunft der Literatur: Die Diskussionsrunde in SecondLife

Christoph Weiss. Bild: BukTom Bloch

Gesprächsrunde Schmol, Meisheit, Weiss, Kueperpunk und Zauselina. Bild: BukTom Bloch
Uns war bei der Sache schon etwas mulmig. Eine Diskussionsrunde über Selfpublishing und den Cyberspace als Literaturplattform mit drei prominenten Experten. Funktioniert im Fernsehen, aber auch in SecondLife? Wir sind vom schlimmsten ausgegangen. Ausbleibendem Publikum, spontan versandenden Gesprächsfäden, hilflosem Schweigen bei den Gästen, von Weinkrämpfen geschüttelte Moderatroren.
Schon im Vorfeld hatten wir beschlossen, rollende Tumbleweeds und Grillenzirpen zu installieren. Denn wenn schon peinlich, dann wenigstens lustig peinlich. Auf das Grillenzirpen hatten wir dann aber doch verzichtet. Der Akustik wegen - mit der wir gestern tatsächlich zu kämpfen hatten.
Bedauerlicherweise konnten wir das Publikum nicht davon überzeugen, dass Dennis Schmolk live aus seinem privaten Learjet über dem stürmischen Ozean mit uns kommuniziert. Das Triebwerksgeräusch des Flugzeugs war in Wahrheit die hochtourig laufende Kühlung seiner gequälten Grafikkarte.  Viel wichtiger als die Soundqualität war für uns jedoch die Tatsache seiner Anwesenheit. Schmolk ist Portalmanager des Lyx Storyboards beim Egmont Verlag.
Seiner Ansicht nach, hat sich das Standing von Selfpublishing Autoren mittlerweile entscheidend verändert. Und Verlage halten tatsächlich neuerdings in der Szene nach neuen Autoren, aber vor allem nach neuen Ideen Ausschau. Es tut sich was.
Ach ja, auch in Sachen Publikum tat sich etwas. Rund 25 Gäste durften im Laufe des Abends begrüßen.
Michael Meisheit, Drehbuchautor bei der Lindenstrasse, konnte uns als Selfpublishing Experte mit interessanten Insiderinformationen verblüffen. Er selbst ist der lebende Beweis dafür, dass E-Book Publikationen die 30 000er Marke knacken können. So oft hat sich sein Roman „Nicht von dieser Welt“ mittlerweile verkauft.
 Journalist Christoph Weiss komplettierte die Runde. Er war uns im letzten Jahr durch einen Bericht über den zehnten Geburtstag von SecondLife beim ORF aufgefallen, der sich völlig anders las, als die obligatorisch belustigten Artikel der Mainstream-Medien.
Weiss berichtete über seine Erfahrungen mit der Occulus Rift Brille und spekulierte mit uns gemeinsam über die derzeitige Position von SecondLife im Hype Cycle. Dabei stellte sich auch die Frage, ob Role Play Kampagnen in SecondLife eine besondere Form des Self Publishing sind. 
Ich habe übrigens endlich verstanden, dass Christophs Nickname "Burstup" kein österreichischs Wort für... naja irgendwas ist, sondern als "Burst Up!" zu lesen ist. 

Unsere Berüchtungen haben sich also als unbegründet herausgestellt. Die drei Herren arbeiten mit Sprache und beherrschen ihr Metier. Sachkundige Beiträge musste man ihnen nicht mühsam aus der Nase ziehen. Der Abend wurde zum Selbstläufer. Trotz Tonproblemen bei Dennis Schmolk, durch die der sich nicht aus der Ruhe bringen ließ.
Wir von den BB haben unsererseits versucht hat, noch mal einen Überblick darüber zu geben, welche Experimente  in Sachen Literatur in SecondLife und Opensims momentan unternommen werden. So zum Beispiel die Pegasus Bibliothek.
Leider ist die Erwähnung eines hoch interessanter Projekts im der Verlauf der Diskussion vom Moderator  -. ja, ich meine mich - nicht bemerkt worden. Asmita Duranjaya experimentiert beim Ulme Miniverlag mit Büchern, die man sowohl als SecondLife Version als auch gleichzeitig als Realversion enthält. Sie nennt dieses Konzept Bridge-Shopping. Informieren kann man sich dazu auf der Verlagswebsite.

Insgesamt war es für uns eine tolle Diskussionsrunde, die immerhin noch bis nach 23 Uhr weiterging. Vielen Dank dafür an die Expertenrunde aus Michael Meisheit, Dennis Schmoll und Christoph Weiss, an unsere SecondLife Kollegen und das Publikum.
Es wird nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein.

Berichte findet man bei...


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen