Montag, 28. Juli 2014

Gelesen: "Das Tartarus-Orakel" von Matthew Reilley



Ich hab`s wieder getan. Einen Matthew Reilly gelesen.
Was macht  Reilly Thriller aus? Tja, man könnte sie als archäologische Thriller kategorisieren. Wobei das Horoskop in einer Frauenzeitschrift im Vergleich dazu schon fast als wissenschaftlich fundiert bezeichnet werden müsste. Man könnte auch von Pulp sprechen, aber dazu ist Reilly in Sachen Sex viel zu zölibatär. Seine männlichen Hauptdarsteller, meistens erbarmungslose Killermaschinen sind tatsächlich oft noch männliche Jungfrauen oder nähern sich dem anderen Geschlecht nur verdächtig zögerlich. Man könnte natürlich auch behaupten, dass diese Art von Roman einfach ein bißchen...nun ja, blöde ist, aber dann würde ich mich selbst in eine sehr unglückliche Position bringen, denn ich habe schon mehrere von ihnen gelesen.Und sie haben mir gefallen.
Ich versuche es mal so zu erklären: 
Matthew Reilly siedelt seine Bücher in einer Welt an, in der handwerklich begabte Archäologen eine Boeing 747 in einen Senkrechtstarter umbauen können, in der archäologische Kulturdenkmäler erst mit Semtex pulverisiert und dann untersucht werden, in der man Guantanamo Bay mal eben stürmen und einen Informanten einfach so durchs Dach ziehen und befreien kann. Eine Welt, in der Falken sich darauf trainieren lassen, den Rückwärtsschalter in altägyptischen Todesfallen zu betätigen und in der man ein Auto auf dem Bodenblech über ein Brückengeländer rutschen lassen kann - wobei das eine Stelle aus einem anderen Roman war.
Überhaupt wird bei Reilly detoniert statt kommuniziert, was zugegeben sehr amüsant ist. Bei dem australischen Thrillerautor stimmt der Bodycount einfach. Nur mit dem Weltbild hapert es. Da gehen französische, deutsche und amerikanische Truppen mitten in Ägypten aufeinander los. Und dutzende geschrottete Kampfhubschrauber purzeln auf die Cheops Pyramide. 
Klar, die Zeit fürchtet die Pyramiden, aber die Pyramiden fürchten Matthew Reilley.
Trotzdem. Ich werd es wieder tun. Paar mutierte Viecher haben mir diesmal gefehlt. Sonst war`das Tartarus Orakel genau so, wie ich es erwartet hatte…
Ein großer, fettiger, gut gezuckerter Donught...mit Leuchtspurliebesperlen. Lecker.

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