Donnerstag, 17. Juli 2014

Warum ich Fußball nie mochte, nicht mag und auch nie mögen werde...

Vor einigen Tagen hat man mir doch tatsächlich unterstellt, ich würde mich für Fußball interessieren. Dem ist nicht so. Ich schaue nie Fußball. Ich schaue allenfalls Publikum.
Meine Abneigung und Antipathie gegenüber Fußball hat sich über die Jahrzehnte tief eingegraben. Ich kann diesem Sport – wie praktisch auch jedem anderem – einfach keinen Unterhaltungswert abgewinnen. Es sieht albern aus, ist völlig unspektakulär und es ist mir ein absolutes Rätsel, was insbesondere Männer gerade daran finden.
 Wieso sollte man sich Kerle in kurzen Hosen ansehen wollen?  Beachvolleyball der Damen, jederzeit gern. Klar. (Obwohl ich erst vor kurzer Zeit erfahren habe, dass es sich dabei überhaupt um eine Sportart handelt. Erstaunlich...)
Meine Ablehnung von Fußball und Sport im Allgemeinen hat sicher sehr mit meiner frühen Einsicht zu tun, in sportlichen Dingen völlig talentlos zu sein. Mutter Natur hat mich mit der Beweglichkeit und Agilität eines Sack Zements im Regen ausgestattet, und meine Reflexe entsprechen denen eines abgelegten Telefonbuchs. Okay, letzteres macht sich an der Spielkonsole glücklicherweise nicht ganz so stark bemerkbar.
In einem Alter, in dem man noch sportlich sein möchte, sagen wir mal so mit acht, war das eine herbe Enttäuschung und hat dann doch ziemlichen Frust ausgelöst.
Meine Weitsprünge bei Sportfesten waren nur lange Schritte, die vom Ministry of Silly Walks begeistert abgesegnet worden wären, mein Leistungsniveau beim 100 Meter Lauf hätten Urgroßväter halten können und werfen oder Kugelstoßen konnte ich – trotz des entsprechenden Gewichtes -  auch nicht. Ein Wunder, das mir das Ding nie auf den Fuß gefallen ist.
Ich habe sogar den Verdacht, ich beuge auf irgendeine Weise durch meine Anwesenheit physikalische Gesetze, um ja nie ein Erfolgserlebnis beim Sport zu erzielen. Kurz zusammengefasst: Jeder beherrscht jede Sportart besser als ich. 
Da ich es andererseits ablehne, mich nur fünf Minuten mit Dingen zu beschäftigen, die mir offensichtlich nicht liegen, war mein Verhältnis zum Sportunterricht erwartungsgemäß sympathiefrei. Noch dazu, wenn man als personifizierte Arschkarte bei Mannschaftssportarten den Groll der ganzen Klasse auf sich zog. Legendär mein erster Punkt beim Basketball – in den Korb der eigenen Mannschaft. So findet man schnell viele Freunde, die einem jederzeit zur Hand gehen würden, falls man sich mal selbst auf Bahngleise fesseln möchte.
Mannschaftssportarten sind vor allem eins: Mobbingtrigger.
Später hat man sich dem Blödsinn dann nicht mehr widerstandslos ausgesetzt. Beim Sportfest von dem Typen mit dem Klemmbrett einfach sofort drei Fehlversuche notieren lassen, ist, statt mit dem Sportlehrer zum Platz zu joggen, an ihm vorbei schon mal winkend vorgefahren. Und man hat den Mann immer mal wieder gefragt, ob irgendein internationaler Konflikt zu erwarten wäre, oder warum man nachmittags eine paramilitärische Ausbildung absolvieren muss, während alle anderen Leute im Straßencafe sitzen.
Als Sahnetüpfelchen auf dem Becher der Demütigungen musste man dann noch aus nächster Nähe erfahren, dass Jungs, die gut Fußball spielen, aus unerfindlichen Gründen wesentlich besser bei Mädels ankommen, als solche, die ihre Nase in Bücher stecken und Computerprogramme schreiben. Klar gab es da ja auch nerdige Damen, die den Wert eines guten Buches durchaus zu schätzen wussten und gern darüber mit dir plauderten. Liiert waren sie allerdings grundsätzlich mit einem Leichtathleten, einem Tennisspieler oder eben einem Fußballer. Genau den Sportlern, denen nebenbei bemerkt dann erfreulicherweise bei der Musterung mitgeteilt wurde, dass sie aufgrund ihrer abgenutzten Gelenke den Wehrdienst gern überspringen dürfen. Das kann einem die Post-Pubertät schon versalzen. 
Ganz sicher waren diese Umstände ein wichtiger Grund dafür, dass Fußball bei mir bis heute unten durch ist. Aber von diesen ganz persönlichen Vorbehalten mal ganz abgesehen:
Der Mist ist doch langweiliger als eine zweistündige persönlich von Tante Hildegard am Rollator moderierte Führung durch ihr Trockenblumen- und Osterhäschenmuseum. Und das Trockenblumen- und Osterhäschenmuseum ist wenigstens noch irgendwie cool, weil Tante Hildegard sich damit so viel Mühe gegeben hat.
Erklärt es mir: Männer lieben große Maschinen, schnelle Autos, gigantische Raumschiffe, fettes Essen, dicke Steaks auf dem Grill, blutige Metzeleien, schwer bewaffnete Muskelpakete die Städte in Schutt und Asche legen, um üppige Blondinen zu retten.
Und plötzlich rollen sie verzückt mit den Augen, wenn zweiundzwanzig Milchbubis in kurzen Hosen über eine Wiese traben? Ich würde die höchstens zählen, um müde zu werden. Keine Ahnung welches Areal tief in euren Reptilienhirnen dabei klingelt, aber es ist mir verdammt unheimlich.
Erst recht, wenn so ein Kerlchen plötzlich einen Marktwert von 180 Millionen Euro haben soll? Was kann der denn? Rasenschneiden? Gummibälle für den Hund apportieren? Da füttere ich persönlich doch lieber einige Beachvolleyballdamenteams durch.
Ne Jungs, ich begreife es nicht.Irgendwas läuft da falsch. Aber nicht nur auf dem Rasen.

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