Mittwoch, 24. September 2014

Zehn Bücher, die mich teilweise über Jahre und Jahrzehnte geflasht haben...

Ich halte nicht viel von Challenges. Wer mir mit nem Eiseimer in die Quere gekommen wäre, hätte sich einen tief fliegenden Speiskübel eingefangen.

Aber wenn es um Bücher geht und die Einladung von Quan Lavender kommt, okay.
Die Herausforderung (ach, Ihr kennt das doch, ihr habt das Ding früher gekriegt als ich):
Zehn Bücher, die mich über viele Jahre und Jahrzehnte (tatsächlich!) geflasht haben. Fällt mir gar nicht so leicht, da eine Auswahl zu treffen. Ich habe viele gelesen. Aber es soll ja gerade um die gehen, mit denen ich mich nostalgisch verbunden fühle – oder solche, die mich tief beeindruckt haben.

Unten übrigens die Liste mit Freunden und Bekannten, die ich herausfordere. Was für ein Schwachsinn. Die ich einlade, uns Bücher vorzustellen, die sie besonders fasziniert haben.
Hier also meine Liste:

Erstkontakt von Ben Bova – gelesen etwa 1983 (?) Ein außerirdisches Raumschiff treibt ins Sonnensystem. Ein Buch das sicherlich mit dazu beigetragen hat, dass ich später Physik studiert habe. Ursprünglich mit dem Ziel, Astrophysiker zu werden.

Cyberspace von William Gibson – gelesen etwa 1985 (?) Gibsons Kurzgeschichtenkollektion las ich quasi mit dem C 64 unter dem Arm, träumte von einer Matrix, die ein bisschen aussah wie das, womit ich mich heute in SecondLife befasse. Mit einer abgeklebten Musikkassette in der Datasette kamen wir uns vor wie Gibsons Console Jockeys.

Contact von Carl Sagan – gelesen 1988. Sagans Vision des ersten Kontakts faszinierte mich genau so wie die von Bova, nur war sie noch weiter durchdacht. Brillant der kleine Gag zur Zahl Pi am Ende des Romans. Der hat übrigens mit dem Film nicht mehr sooo viel zu tun.

Little Brother von Cory Doctorov – gelesen etwa 2010. Doctorovs Roman über Kids, die sich mit einem Spielkonsolennetzwerk einer beginnenden Militärdiktatur in den USA entgegenstellen, konnte ich kaum weglegen. So gut, dass ich dem Mann sogar verzeihe, dass er keinen Bock hatte in unserem virtuellen Café zu lesen.

Die Delegation von Rainer Erler – Gelesen Ende der Achtziger. Brillante Pseudodokumentation über den möglichen Kontakt mit Außerirdischen, in den Siebzigern auch von Erler als Fernsehfilm in Szene gesetzt. Ein Beispiel dafür, wie sehr deutschsprachige Science Fiction unterschätzt wird. Erler fehlt dem Fernsehen heute. Er hat mir mal den Deutschen Science Fiction Preis vor der Nase weggeschnappt und ich bin stolz drauf. Der darf das.

Die Stimmen der Nacht von Thomas Ziegler - Gelesen in den Neunzigern. Großartige Alternativweltabrechnung mit dem Faschismus, die gerne die Grenze zur Satire überschreitet. Sprüht nur so vor Ideen. Ein Meilenstein der deutschsprachigen Science Fiction.

Das Unsterblichkeitsprogramm von Richard Morgen – Gelesen im Sommer 2014. Liest sich, als hätte jemand Raymond Chandler aus der Kryokammer geholt, ihn mit den wesentlichen Informationen übers Web und Nanotechnologie versorgt und ihm dann einen Laptop in die Hand gedrückt. Morgan zeigt uns, wie Cyberpunk abgehen muss.

Boneshaker von Cherie Priest – Gelesen im Sommer 2014. Wenn uns Morgan zeigt, wie Cyberpunk funktioniert, übernimmt Priest diesen Job beim Steampunk. Einfach großartig.

Mephisto in Onyx von Harlan Elison – Gelesen etwa 1995. Ellisons Buch um einen Serienkiller und einen Telepathen ist eigentlich kein Roman, sondern eine Kurzgeschichte. Setzt aber Maßstäbe.

Die Weltraumfalle von Jack Williamson - Gelesen irgendwann Ende der 70er, unter einem Apfelbaum auf einem Kettcar sitzend. Williamsons Jugendroman über einen jungen Astronauten, der seinen Bruder retten soll, funktionierte für mich so gut, dass ich ihn damals drei oder viermal gelesen habe.

Meine Einladung an: Lothar Bauer, Uwe Taechl, Jennifer B. Wind, Kirsten Riehl, Markus Gersting, BukTom Bloch, Ludger Otten, Frederic Brake, Sven Klöpping

Kommentare:

  1. Gute Idee, wenngleich es mir schwereren wäre einzelne Bücher herauszugreifen. Einfach zu viele ;-).

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  2. Richard K. Morgan ist einer meiner absoluten neuen Helden. Ich habe alle seine Bücher verschlungen. Zu Schade, dass das Unsterblichkeitsprgramm sein einziges Buch ist, das ins Deutsche übersetzt wurde. Aber letztendlich macht sein Stil im Original noch wesentlich mehr Spaß. Es gibt noch zwei Folgewerke mit Takeshi Kovacz, die fast noch besser sind, als das erste.

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