Dienstag, 14. Oktober 2014

45...



Keinen erstaunt es mehr als mich, aber es ist tatsächlich wahr. Mit dem heutigen Tage habe ich eine jener gefühlten magischen Grenzen überschritten, die sich ohne Kalender der Wahrnehmung entziehen würden. Ich bin jetzt 45 Jahre alt. Immerhin bin ich jetzt endlich so alt, wie man es mir seit etwa 15 Jahren unterstellt. Mit anderen Worten, spätestens ab heute werde ich für 60 gehalten.
Natürlich habe ich mich früher oft gefragt, wie ich leben werde, wenn ich 45 Jahre alt bin. Tut wahrscheinlich jeder irgendwann. Allein dieser Gedanke, im Jahr 2000 30 Jahre alt zu sein.  Natürlich hatte ich auch gewisse Vorstellungen davon, wie mein Leben zu diesem Zeitpunkt aussehen sollte. Und selbstverständlich ist nicht viel so gekommen, wie ich mir das vielleicht mit 18 vorgestellt habe. Nicht dass mich das wirklich überrascht hätte.
Meine persönliche Philosophie ist die, dass Ehrgeiz und Anstrengungen uns nicht unbedingt zu dem Ziel führen, das wir angestrebt haben. Das bedeutet aber nicht, dass Motivation so etwas wie eine Fata Morgana in einer Wüste nicht vorhandener Möglichkeiten wäre oder unsere Bemühungen sogar sinnlos. Nur indem wir etwas versuchen,  eröffnen sich uns neue Perspektiven, neue Chancen, aus denen etwas unerwartetes entstehen kann.
Okay...blah...Tut mir leid, ich schweife etwas ab und werde dabei wohl leicht melancholisch. Aber immerhin habe ich vor drei Tagen meine wunderbare Frau geheiratet und da darf man schon mal etwas tiefgründiger reflektieren.
Ich versuche es mal anders und betrachte mein Leben anhand der Dinge, die man mir an diesem besonderen Geburtstag geschenkt hat oder die ich mir einfach so aus purer Lebensfreude selbst gegönnt habe.
Nehmen wir mal an, ich könnte dieses Bild in der Zeit zurück an mein, sagen wir mal 15jähriges Ich schicken.
Die Salami auf dem Bild wäre für mein pubertierendes Alter Ego sicherlich alarmierend. Eine  Mettwurst für Opa, das ist so ein typisches Alte Leute-Geschenk. Schenkt man mir offen gesagt jetzt schon seit einem halben Jahrzehnt. Zugegeben, das liegt daran, dass ich es meistens selbst so vorschlage.
Gleich daneben würde der jugendliche Kueperpunk Aeronauticas Album Sturmzeit entdecken. Ja genau, die Jungs, die sich als erste Steampunk Metal Band bezeichnen. Ich sollte mein damaliges Selbst dann auch noch wissen lassen, dass Felix Tenten  bei unserem Steampunk Event in Monheim live gespielt hat und Sänger Tobias immerhin im Publikum saß.
Mein junges Alter Ego  - das natürlich nicht wüsste, was Steampunk überhaupt ist - könnte daraus wenigstens die Schlussfolgerung ziehen, dass 45 zu sein, nicht zwangsläufig zum Verlust der Begeisterung für gute Musik führt.
Gleich darüber würde dem jungen Kueperpunk ein Baukasten von Lego auffallen. Er würde beruhigt feststellen können, dass ich offensichtlich noch immer ein Kindskopf bin. Wahrscheinlich wäre er etwas erstaunt darüber, dass es immer noch Modelle aus der Lego Raumfahrt Serie gibt.  Es handelt sich übrigens um den von mir schon mehrfach im Blog erwähnten Lego Exosuit von Peter Reid aus der Lego Ideas Serie.
Daneben: „Alle Galgenlieder“ von Christian Morgenstern. Der literarische Geschmack der gealterten Kueperpunks ist also nicht stehen geblieben, sondern offener geworden.
Und darunter: Zweimal Steampunk. Anja Bagus „Aetherherz“ und Alex Jahnkes „Neues aus Neuschwabenland“, beide mit Widmungen. Und das macht mir besonders viel Spaß daran. Beide haben bei den Brennenden Buchstaben gelesen, beide habe ich interviewt und ich hatte sogar die Ehre, mit Anja Bagus gemeinsam aus ihren Büchern lesen zu dürfen.
Rechts davon ein nagelneuer Terminkalender. Denn im nächsten Jahr wird es viele neue Termine geben. Der alte Kueperpunk ist nicht hinter dem Fernseher versumpft, er hat sich jede Menge neuer Projekte vorgenommen. Er fängt sozusagen gerade erst richtig an.
Und natürlich würde meinem jungen Alter Ego nicht die Dognut Box entgehen. Die kannte der junge Kueperpunk nur aus dem Fernsehen. Nur wüsste er nicht, wer Homer Simpson ist und was die beiden Strawberry Frosted in der Box mit ihm zu tun haben.
Doch ich bin mir sicher, dass dieser Überblick über die Geburtstagsgeschenke des 45jährigen Kueperpunk den 15jährigen Kueperpunk davon überzeugen könnten, dass er sich keine Sorgen machen muss. Dass er irgendwie seinen Weg finden wird und dabei er selbst bleibt. Übrigens würde ich an dieser Stelle den 75jährigen Kueperpunk gern ermutigen, seinem mittelalten Alter Ego ebenfalls einen kleinen Einblick in die Zukunft zukommen zu lassen.
Behaupte also später nicht, dass Du nichts von der Idee gewusst hast! Es steht sogar hier im Blog!

1 Kommentar:

  1. Ich habe heute noch gelesen, 40 sei das neue 20. MaW, du bist gar nicht so alt. Eigentlich bist du kaum älter als dein 15 jähriges Alter Ego. Was so manches auf dem Bild erklären würde ...

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