Dienstag, 28. Oktober 2014

Unser EU-Kommissar für digitale Wirtschaft möchte also eine Abgabe für die Nutzung geistigen Eigentums im Internet einführen…

Was für eine großartige Idee, wobei, also wenn ich so darüber nachgrübele: Soweit ich weiß, habe ich bereits jetzt dafür zu zahlen, wenn ich geistiges Eigentum anderer auf meiner eigenen Internetseite verwende. Sei es nun Bildmaterial oder Filme, Literatur oder Musik. Mache ich das Web zum Selbstbedienungsladen, darf ich mit einer geldwerten Abmahnung in nicht unerheblicher Höhe rechnen. Wobei mich nicht überraschen würde, wenn Politikern, dieser Umstand völlig neu ist.
Wie genau Herr Oettinger geistiges Eigentum definiert, ist wohl noch nicht so ganz klar und wie die in Politikerohren sicherlich wohlklingende "Abgabe" denn nun genau berechnet und eingetrieben werden soll, weiß auch noch niemand,. Aber 2016 soll ein Gesetzentwurf vorgelegt werde. Entwürfe können sich ja bekanntlich gut.  
Eine weitere Überregulierung in der Tradition des Leistungsschutzrechtes, die man da aus dem Tal der komplett Ahnungslosen heraus herbeiführen möchte. Ungeachtet, selbstverständlich, der Konsequenzen für ein freies Web. Unsere Datenleitungen werden zwar schneller, aber Politiker und Juristen tut weiterhin ihr bestes, um die Entwicklung auszubremsen.
Die famose Idee wird wohl jetzt schon mit einem lustvollen Grinsen zur Kenntnis genommen. Ich wette, Armeen von Abmahnanwälten können Speichelfluss und Erektion kaum noch bändigen.
Ich bin ja eigentlich nicht mehr bereit, Politikern zuzugestehen, dass ihre völlig abstrusen Forderungen und Entscheidungen lediglich eine Folge von Dämlichkeit oder Inkompetenz wären. Im einen oder anderen Fall kann man es aber anscheinend doch nicht ganz ausschließen. 
Deine Oma kann das Internet nicht löschen. Aber lass nie einen Politiker damit allein…

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