Montag, 15. Dezember 2014

Wow, was für eine Lesung - "Der Hummer vor den Toren" aus den Tiefraumphasen als szenische Lesung mit sechs Vorlesern...


Bild: Markus Gersting

Bild: Markus Gersting

Bild: Markus Gersting

Bernhard Giersche stirbt stilvoll und sehr authentisch. Bild: BukTom Bloch


Mit 35 Gästen eine der bestbesuchten Lesungen dieses Jahres. Barlok hat bei seinem Bühnenbild noch mal alles gegeben und uns eine komplette Raumflotte zur Verfügung gestellt. Die literarische Raumreise durch seine Bühnenbilder funktionierte glücklicherweise - fast - völlig reibungslos. 
Den Grund dafür sehe ich aber nicht nur darin, dass wir von den Brennenden Buchstaben nach - tatsächlich - mehreren hundert Lesungen viel Erfahrung gewonnen haben. Dasselbe gilt nämlich auch für unser Publikum.
Mein großer Dank an Frederic, Markus, Bernhard, Michael, Bernar, die alle hervorragend gelesen haben und natürlich auch Barlok, der permanent dafür gesorgt hat, dass sich alle auf der riesigen Bühne orientieren konnten. Fühl Euch auf beide Schultern geklopft. Ein tolles Experiment, das ich als gelungen bezeichnen würde.
In der Richtung lässt sich aber noch viel mehr machen. Wir werden im nächsten Jahr versuchen, diese Art von szenischer Lesung weiter zu entwickeln. 

Berichte gibt es übrigens bei..

...Markus, der selbst mitgelesen hat...

...und bei BukTom Bloch, der diesmal per Handy vom Monitor abfotografiert hat...

und ich darf hier Marc Späni zitieren, der schreibt:

"Cyberpunk-Lesung als Gesamtkunstwerk

Lesungen in SecondLife haben es in sich. Da kann es schon mal passieren, dass man nach gelungenem Teleport zum nächsten Bühnenbild durch eine ungeschickte Bewegung über den Rand des Veranstaltungsraumes hinaustritt und in einen künstlichen Ozean stürzt. Der Fehltritt, der sich gestern Abend ereignete, erwies sich allerdings insofern als Glücksfall, als ich erst beim Versuch, fliegend zur Lesung zurückzufinden, den ganzen Umfang des Bühnenbildes richtig wahrnahm – ein Meisterwerk von Barlok Barbosa, einem grandiosen Grafik-Künstler, der schon frühere Lesungen der „Brennenden Buchstaben“ inszeniert hat!
(Die Location kann noch eine Weile besucht werden: SLURL: http://maps.secondlife.com/secondlife/Kreativdorf/152/164/2507)

Was gestern an der Live-Lesung „Tiefraumphasen“ geboten wurde, geht in vielerlei Hinsicht weit über die klassische Autorenlesung hinaus: Der Zuhörer wird zum Zu-Schauer, steht im Bühnenbild – das aus einer ganze Raumflotte besteht! –, Auge in Auge mit dem zum Maschinenmenschen mutierten Ich-Erzähler. Der Zuschauerraum wird zur Bühne, die Lesung zum Tableau Vivant.

Eine packende Geschichte, gut gelesen, eine perfekte Organisation und eine hervorragende Inszenierung – ein großes Kompliment den „Brennenden Buchstaben“, die hinter der Organisation der Lesung stehen, dem Autor Thorsten Küper und den beteiligten Künstlern Frederic Brake, Markus Gersting, Bernhard Giersche, Michael Iwoleit, Bernhard LeSton – und Barlok Barbosa, der sich wie immer ganz bescheiden im Hintergrund hielt.

Es ist erstaunlich und auch schade, dass die Möglichkeiten von SecondLife von anderen literarischen Genres weitgehend ignoriert werden. Warum nicht für einmal Patrick Modiani in einem virtuellen Pariser Hotelzimmer, im Moulin Rouge oder in der Banlieue hören, oder – um zum Schluss noch einen Textverweis aus „Der Hummer vor den Toren“ aufzugreifen – Kafkas „Verwandlung“ vom Sofa im Wohnzimmer der Familie Samsa aus erleben?
"

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