Montag, 27. Juli 2015

Und ich dachte schon, der Doktor hört mit Bloggen auf, aber es ist Nerdcore...


Der Doktor zitiert ein Blogposting bei Nerdcore. Das tut er öfter, denn ganz offensichtlich mag er Nerdcore. Dass er dann auch noch eben den Nerdcore, Alex Jahnke alias Cynx vom Clockworker und mich in eine Reihe stellt, ist ja durchaus schmeichelhaft, aber irgendwie liegen da Welten zwischen. Zumindest was die Clicks angeht.
Ich fühle mich jetzt wie einer dieser Musiker. Nein, keiner von den Berühmten. Man kennt das doch. Irgendein Rockstar erwähnt Musiker, die ihn beeinflusst haben und nennt den Namen eines Typen, von dem keine Sau jemals etwas gehört hat. Genau so, wie einer von diesen völlig unbekannten Typen fühle ich mich jetzt.
Doch zum eigentlichen Thema.
Nerdcore will sich also eine Blogpause gönnen. Dann soll er mal. Ich persönlich lese sein Blog sowieso kaum. Wenn ein Thema bei ihm erwähnt wurde, dann ist es für mich sozusagen verbrannt. Es lohnt sich nicht mehr, ein Wort darüber zu verlieren. Meistens. Denn wenn sich jemand darüber informiert, dann wird er eben beim Nerdcore landen.
Weswegen der jetzt also bei all dem Erfolg nicht mehr bloggen will? Ach so.
Es ist die ganze Kommerzialisierung. Die stinkt ihm irgendwie. Vor allem gewisse, heftige Clickbaits. Stimmt schon, ja ja, das sind gut funktionierende kommerzielle Köder. Man könnte auch sagen effektive Honigfallen für Idioten.
Und als solche funktionieren sie ja ganz hervorragend. Wer den Plunder verlinkt...na ja, ich würde jetzt nicht sagen, der ist blöd (aber ich denke es), aber der...na sagen wir mal, der hat noch nicht herausgefunden, wo man solche Geschichten  findet, bevor sie zum Clickbait werden. Ein halbes Jahr vorher, um genau zu sein. (Blöd eben.)
Mich wundert nur, wenn ein Blogger, der nach eigener Aussage von seinem Blog leben kann, plötzlich anfängt, Monetarisierung zu monieren. Zumindest bei anderen.
Die dicken Schnitte – also auch Nerdcore – tun das doch schon seit Jahren. So what? Jammern auf hohem Niveau? Das ist ein bisschen so, wie wenn Noel Gallagher sich über Helene Fischers Millionen echauffiert. Kohle machen sie doch beide, und?
Die einzig wahren Blogger, die genau das tun, was die großen Blogphilosophen fordern – also die, denen man dafür was bezahlt - , das sind wir kleinen Blogger. Also die, die meistens kein Schwein kennt. Wir machen unser Ding. Ganz ohne Werbung, ganz ohne monströse Leserzahlen, nicht für Geld, nicht für Ruhm, sondern einfach nur...tja, trotzdem.
Natürlich frage ich Miniblogger – nicht, was den Enthusiasmus angeht, sondern die Leserzahlen – mich auch oft, was man anders machen könnte.
Und die Antworten liegen auf der Hand. Mal ein anderes Design beispielsweise. So was ist ja wahnsinnig wichtig. Merkt man auch, wenn man feststellt, dass die bekannteren Blogger immer irgendeinen Background in Sachen Grafiker oder Webdesign haben.
Andererseits geht`s mir ja eher um den Text. Wozu also an der Optik schrauben? Bin ich Werbefachmann, kann ich Grafik? Nein. Schreiben will ich trotzdem.
Viele bunte Bilder oder Videos wären natürlich auch ne feine Sache. Das verbietet sich allerdings in Schussweite der florierenden deutschen Abmahnindustrie. Todesstreifen haben wir immer noch. Jetzt verlaufen sie quer durchs Internet. Mal eben ein paar tausend Euro aus der Kaffeekasse zahlen, obwohl man selbst überhaupt keinen Gewinn erzielt? Nein, muss ich nicht haben. Also gibt es maximal Links.
Oder eben eigene Bilder. Klappt eigentlich ziemlich gut, seit ich das so durchziehe. Ich hatte sowieso keinen Nerv mehr darauf, Werbung für anderer Leute Projekte zu machen und dafür dann nachher noch eins über gebraten zu bekommen.
Nach rund zehn Jahren habe ich auch endlich ein zentales Thema gefunden, auf dem mein persönlicher Fokus liegt und zu dem ich eine große Menge Content liefern kann, den man auch nur bei mir in dieser Form lesen kann. Eigene Inhalte sind entscheidend für den Erfolg eines Blogs. Scheint ja auch bei vielen so zu sein. Andere pasten seltsamerweise auch nur den selben Scheiß wie die Amis und trotzdem rennen ihnen die Leute die Bude ein.
Für mein Thema begeistern sich bedauerlicherweise nicht unbedingt Massen von Lesern: Literatur in virtuellen Welten. Aber es ist genau mein Ding und deswegen blogge ich für umme weiter. Aus Begeisterung. Ohne Heulen. Was ich scheiße finde, lese ich nicht und erwähne es auch nicht.
Also Jungs: Wenn ihr Kohle einfahrt und eventuell sogar genug, um davon zu leben, dann verschont uns bitte mit hochtrabendem Genörgel über Kommerzialisierung. Die anderen wollen auch Geld verdienen und es gibt genug Bekloppte, die es ihnen gern in den Rachen schmeißen.
Jammern dürft Ihr, wenn keiner bei Euch Werbung schalten möchte, wenn man Euch nicht mal eben neue MacBooks zuschickt, oder Warengutscheine, oder ihr mal eben so zu zweiwöchigen Reisen eingeladen werdet und trotzdem weiter bloggt.
Tag für Tag für Tag für Tag für Tag für Tag für Tag für Tag für Tag für Tag für Tag für Tag für Tag....

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