Sonntag, 23. August 2015

Ein Artikel über die Unersetzbarkeit von Literatur...

...ist in der Neuen Züricher Zeitung erschienen. Ich stimme zu, dass Lesen immer ein ganz besonderes Erlebnis darstellen wird und Bücher unersetzbar sind. Ich denke allerdings nicht, dass andere - von neuen würde ich nicht mehr sprechen wollen - Medien das Buch verdrängen sollen oder es überhaupt könnten.
 Der Leser ahnt es schon: Die Erwähnung von SecondLife hat mich aufmerksam werden lassen, obwohl es in dem Artikel nicht vorrangig um virtuelle Welten geht. 
Unten mein Leserkommentar:

All die „modernen“ Medien wie YouTube oder SecondLife wollen das Buch nicht verdrängen, noch könnten sie es. Es ist vielmehr genau anders herum. Sie werden zu Bühnen für neue Formen der Literaturadaption. Man denke an Buchtrailer in Gestalt von Videos oder – noch viel faszinierender – Lesungen und Theaterstücke in virtuellen Welten, mit denen man ein ganz neues Publikum erreichen kann.
Es lässt sich aber auch nicht leugnen, dass für den einen oder anderen Literatur schon vor 20 Jahren durch andere – nein, sie sind längst nicht mehr neue - Medien ersetzt worden ist. Und so werden sich Spielpuristen in 20 oder 30 Jahren darüber echauffieren, dass jemand bestimmte Spielklassiker nicht durchgespielt hat. So wie wir uns darüber empören, dass jemand einen von uns zum solchen ernannten Klassiker des von uns präferierten Literaturgenres nicht gelesen hat. Bücher wird es aber auch dann noch geben, denn wie wir wissen, verdrängen neue Medien niemals die alten, sie ergänzen sich vielmehr und konvergieren. Genau die Entwicklung also, die wir auch jetzt beobachten.

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