Montag, 21. September 2015

Jordan Reyne beendet ihre Karriere als Musikerin - oder warum ich heute verdammt sauer bin...

Dass ich ein Fan von Jordan bin dürfte bekannt sein. Ich schätze sie nicht nur als Live Musikerin in SecondLife, ich war auch immer begeistert von ihren Alben. Jordans Songs beanspruchen einen nicht unwesentlichen Anteil des Speichers auf meinem Handy und es vergeht wohl keine längere Autofahrt ohne dass einige davon laufen.
In der Welt diesseits des Monitors tritt Jordan mittlerweile beispielsweise mit einigen Ex-Field of the Nephilims auf. Und doch, nach 25 Jahren in der Branche und zahllosen Live Auftritten, hat sie sich nun dazu entschlossen, nicht mehr weiterzumachen.  Sie kann und will den Status des ewigen Newcomers und der Ein-Frau-Vorgruppe für andere Musiker so nicht länger aufrecht zu erhalten. 
Wieder einmal stelle ich die Frage: Wie kann es sein, dass Talent und harte Arbeit so selten belohnt werden?
Ihr dudelt doch auch seit mehr als einem halben Jahrhundetr die Stones, obwohl das Zeug stinklangweilig ist. 
Wieso gehen talentierte Macher leer aus, während der miese Durchschnittsmüll in den Himmel gehyped wird? Wieso verdienen theatralische Knöpfchendreher an einem Abend vier Riesen beim Platten auflegen, während gute Musiker sich an der Strassenecke mit Münzen abspeisen lassen müssen? Begabte Maler knien auf der Straße, damit Durchschnittsdeppen achtlos über ihre großartigen Bilder trampeln. Aber wer 30 Quadrartmeter Museum einem Häuflein Stuhlgang - oder Auswürfen vergleichbarer Konsiszenz -  widmet, dem kaufen wir das Meistwerk für einen Millionenbetrag ab. Selbstverständlich benennen wir den Buchladen,  gleich mal in den Shades of Grey-Shop um und hier zu erwähnen, dass ein Balltreter mittlerweile 75 Millionen Euro wert ist, verbiete ich mir, weil ich starke in die Brust austrahlende Schmerzen in meinem linken Arm vermeiden möchte.
Zugegeben, ich hantiere gerade mit einem etwas zu großen Vorschlaghammer. Ich habe mal eben den großen Sack gefüllt, in dem man immer den richtigen trifft.  Aber ich denke, mein Unmut über Dinge, die angeblich eben so sind, wie sie sind, - mieser Geschmack beispielsweise -  ist durchaus berechtigt.
Ich kann nur hoffen, dass Jordan ihre Meinung ändert und sich für sich doch noch eine interessante Möglichkeit ergibt, kreativ weiter ihr Ding zu machen. Es wäre schade, so viel Talent vergeudet zu sehen.

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