Sonntag, 25. Oktober 2015

Wenn die Grenzen zwischen virtuellen und realen Lesungen verschwimmen...

Gestern haben wir noch gemeinsam in Essen eine Textstelle gelesen, in der diese Aethertanks aus Tanja Schierdings Roman eine Rolle spielen. Gebaut hat sie Barlok Barbosa.

Blick über die Lesebühne.
Bei der gemeinsamen Reallesung mit Tanja Schierding. Bild aus ihrem Facebook Album.

Im Eifer des Gefechts mit Tanja Schierding und Anja Bagus.




Es lässt sich nicht leugnen, wir sind die Spinner, die fast einhundert Prozent aller virtuellen deutschsprachigen Lesungen in SecondLife und alternativen Grids organisieren. Andere Veranstaltungen dieser Art kann man  an einer Hand abzählen. Uns – uns meint dabei die Brennenden Buchstaben – ist es aber nie darum gegangen, dass virtuelle Veranstaltungen, die echten ersetzen sollten. Wir haben das auch immer deutlich gesagt. Der Cyberspace ist für uns eine zusätzliche Plattform, eine Erweiterung von Möglichkeiten, was Darstellung, technische Umsetzung, experimentelle Freiheiten und Zusammenarbeit über große Distanzen hinweg angeht. 
Ich bin absolut begeistert darüber, wie sich die Situation in der letzten Zeit entwickelt hat.
Auf echten Cons werden zukünftige virtuelle Lesungen verabredet, oder aus gemeinsamen Auftritten im Cyberspace entstehen solche in der wirklichen Welt. 
Die von Anja Bagus organisierte Steampunk Veranstaltung in Essen am Samstag ist ein fabelhaftes Beispiel dafür. Aus der Kooperation im Metaversum haben sich hier gleich mehrere gemeinsame Aufttritte in Fleisch und Blut ergeben. 
Nachdem ich Tom Daut mit meiner Stimme bei seiner Lesung auf dem FdL 2015 unterstützen durfte, hatte ich gestern das große Vergnügen gemeinsam mit ihm meine Story „Prudences Regiment“ zu lesen. Außerdem konnte ich mich mit Felix Münter über seine Lesung am kommenden Freitag unterhalten und ich durfte einen Part in Tanja Schierdings „Aetheragenten“ übernehmen. Sie wird uns ihren Roman am Samstag, den 14. November in SecondLife vorstellen. Am Bühnenbild dafür baut gerade Bernhard Bettschen alias Barlok Barbosa. Teil der Kulisse sind die Aethertanks, die auch bei der gestrigen Lesung eine zentrale Rolle gespielt haben. 
Reale Veranstaltungen gelangen, was die Deko angeht, doch recht schnell an ihre Grenzen.  Im Metaversum geht immer etwas mehr. Barlok hat einfach mal das komplette Schiff aus dem Roman nachgebaut.
Mittlerweile locken Cyberspace-Veranstaltungen sogar Avatare in die Echtwelt-Shows. Einen schönen Gruß an Vero, mit deren Client wir noch vor wenigen Wochen gemeinsam zu kämpfen hatten. 
Virtuelle Lesungen sind also offensichtlich nicht die abgelegene Einbahnstraße, für die man sie mal gehalten hat. 
Meine Theorie: Cyberspace Events und echte Veranstaltungen ersetzen sich nicht, sie konkurrieren auch nicht, sie ergänzen sich und man kann beides sogar kombinieren. Ja, ich geb´s zu. Da tropft wieder der blanke Pathos aus jeder Zeile, aber es macht eben so wahnsinnig viel Spaß!
An dieser Stelle nochmal vielen Dank an alle, die uns bei den virtuellen Shows unterstützen. Wir sehen uns bald!

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