Mittwoch, 30. Dezember 2015

"Monsters - Dark Continent" gesehen...

„Monsters“ verkauft sich in den ersten Minuten als ein Hybrid aus World Invasion: Battle Los Angeles und Distric 9. Amerikanische Truppen bomben in infizierten Zonen im nahen Osten Riesenmonster platt. Bei der Xenomorphen-Bekämpfung nimmt man Kollateralschäden unter den Einheimischen gewohnt gelassen in Kauf. Eine Vorgehensweise mit der man den Unmut der Bevölkerung auf sich zieht. Widerstandsgruppen lauern den Besatzungstruppen mit Scharfschützen und Sprengfallen auf. Ein kleiner Trupp von Soldaten wird entsandt, um eine verschollene Patrouille aufzuspüren. Schon nach kurzer Zeit geraten die Soldaten in einen Hinterhalt und die Situation eskaliert.
Tom Greens Fortsetzung von „Monsters“ besticht zunächst streckenweise durch Blomkampsche Authentizität, kippt dann bedrohlich in Richtung klassisches Kriegsdrama. Der Verdacht, es könnte sich um einen Militärwerbespot in „Starship Troopers“-Machart handeln, zerschlägt sich aber schnell. Die Auftritte der Titel gebenden Monster sind zunächst auffällig selten. Meistens wandern die gebirgshohen und äußerst imposanten Kreaturen nur im Hintergrund durchs Bild. Der Fokus liegt auf dem Konflikt zwischen Besatzer und Widerstand. Szenen, die wie aus anderen, viel politischeren Filmen kennen. Genau da liegt der Knackpunkt. Wer auf bleihaltigen Monster-Rabatz hofft, der wird nur in einigen wenigen Szenen bedient. Tom Green macht die Verseuchung der Wüste durch außerirdische Lebensformen zum Aufhänger eines Antikriegsfilms. Und auch die Kreaturen sind hier nicht wirklich die Bösen. Es sind die letzten vierzig Minuten, die Monsters zu einem atmosphärisch dichten Meisterwerk machen. Dabei steht Greens Film einem „Jarhead“ viel näher als dem „Independence Day“. Visuell sehr stark mit einigen großen Momente. Actionfans ohne Anspruch greifen besser auf das hinlänglich bekannte Invasionsmuster zurück.

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