Freitag, 1. Januar 2016

Wenn einem die Augen zufallen - "Die Augen des Engels"...

Es ist doch immer wieder erstaunlich, in was für Filmprojekte große Budgets fließen. „Die Augen des Engels“ beispielsweise. 
Vordergründig geht es um den realen Mordfall Meredith Kercher. Wir hatten also so etwas wie ein halb dokumentarisches Justizdrama erwartet. In den ersten fünfzehn Minuten entwickelt sich die Geschichte auch in diese Richtung. Ein junger Regisseur recherchiert für einen Film über die Ereignisse vor und nach der Tat. Dabei stößt er auf Ungereimtheiten, die Zweifel an der Schuld der Angeklagten Amanda Knox aufkommen lassen. Damit könnte man arbeiten. 
Das sieht der reale Drehbuchautor DIESER Verfilmung aber ganz anders. Er konzentriert sich von nun an mit großer Begeisterung auf die Schaffenskrise des von ihm erdachten Kollegen. 
Kurz gesagt: „Die Augen des Engels“ ist ein Film über einen Filmemacher, der an seinem Projekt scheitert und genau das ist dem Drehbuchautor hier auf der Metaebene ebenfalls passiert. Dass dafür dann Hausnummern wie Kate Beckinsale oder Cara Delevigne verheizt werden müssen, ist durchaus tragisch. Zeit, mal wieder „Underworld“ zu schauen. Und Delevigne erleben wir ja glücklicherweise demnächst in „Suicide Squad“.
„Die Augen des Engels“ - dagegen war dann sogar der Tukur Tatort nachvollziehbar.

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