Mittwoch, 20. Juli 2016

Gelesen: "Tomorrow&Tomorrow" von Thomas Carl Sweterlitsch...




Die Stadt Pittsburgh wird durch einen terroristischen Anschlag mit einer Nuklearwaffe innerhalb von Sekundenbruchteilen ausgelöscht. Dominic Blaxton verliert dabei seine Frau Theresa. Als Ermittler nimmt er zehn Jahre später für Versicherungen die Spur ungelöster Mordfälle in Pittsburgh auf. Dazu verwendet er das sogenannte Archiv. Eine minutiös exakte virtuelle Version der einstigen Stadt zusammengesetzt aus den Bildern von Millionen Überwachungs- und Netzhautkameras. Blaxtons einziger Trost sind die Stunden mit Theresas Avatar. Einer Aufzeichnung, die es ihm ermöglicht, bestimmte Momente ihrer gemeinsamen Zeit immer wieder zu erleben. Er ist vom Archiv genau so abhängig wie von Drogen und Alkohol.
Zufällig stößt er auf eine ganze Reihe von Verbrechen, die miteinander zusammenhängen und macht den Fehler, die Fährte weiter zu verfolgen.
Irgendwie hatte ich schon beim ersten Lesen des Klappentextes das Gefühl, dass dies genau MEIN Roman sein könnte. Nicht nur als SecondLifer. Und ich lag damit richtig.
Um es direkt vorweg zu nehmen: „Tomorrow&Tomorrow“ ist für mich der vermutlich beste Roman zum Themenkomplex Virtual und Augmented Reality der letzten Jahre. Sweterlitschs Fähigkeit, atmosphärisch dichte Szenen zu erschaffen ist überragend und seine Figuren haben eine Tiefe, in die man förmlich hinein gerissen wird. Kurz gesagt: Der Mann schreibt mit brutaler Wucht. „Tomorrow&Tomorrow“ verdient es, als Page Turner bezeichnet zu werden, der es an sich schon wert ist, in einer Nacht gelesen zu werden. Die Detailfülle, mit der Sweterlitsch eine Welt beschreibt, die vielleicht fünfzehn oder zwanzig Jahre in unserer Zukunft liegt, rechtfertigt einen weiteren Durchgang gleich danach.
Unglaublich gut. Das beste, was ich seit langem gelesen habe.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen