Sonntag, 2. Oktober 2016

"Hardcore" gesehen...

Kurz gesagt: Herrlich rabiat. 
„Hardcore“ erklärt die Egoshooter-Perspektive zum Stilmittel und das nicht nur konsequent sondern erbarmungslos. Wir nehmen jeden Schlag, jeden Treffer, jeden Sturz gemeinsam mit der gesichtslosen Hauptfigur Henry. Das ist wie freihändig „Far Cry“ spielen. Zugegeben,  geht gelegentlich ein bisschen aufs Gleichgewichtsorgan. Möglicherweise hätte man für die 3D Version im Kino ein Mittel gegen Reisekrankheit einnehmen müssen. Dafür entschädigt furiose Action, die nicht permanent belehrend auf Logik herumreitet, sondern beim Mitreisen für reine Wonne sorgt.
Allein an der Musik müssten wir mal arbeiten. Russische Hitparaden-Elaborate sind, wie wir schon seit t.A.T.u wussten, stets bedenklich.
Ilya Naishullers Action-Knaller ist nicht nur gefühlt sondern auch faktisch eine Million mal geiler als die „Wächter des irgendwas“-Pulverkaffee Werbespots, mit denen uns Russland vor einigen Jahren den Appetit aufs hausgemachte Kino verderben wollte.
Was mir dann noch besonders große Freude bereitet, dass endlich jemand meinen Wunsch erhört und dem Bösewicht, den wir über 90 Minuten zu hassen gelernt haben, nochmal so richtig weh tut, statt ihn einfach nur ab zuknallen. Grandiose Stacheldraht-Aktion, für die ich hier gleich noch mal Extrapunkte verteile. Aber sagt`s nicht weiter. 
Das Ding ist übrigens auch Cyberpunk pur: Cyborgs, Klone, Avatare, Telekineten, verrührt zu einem gnadenlos guten Action-Science Fiction-Speedrun. Ich hätte unten rechts noch die Anzahl er umgenieteten Gegner eingeblendet. Da kommt ganz schön was zusammen.
„Hardcore“: Ich bin entzückt!

Nachher gibt`s dann endlich "Batman v. Superman"!

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