Montag, 9. Januar 2017

Felix Münter auf seinem Blog über Lesungen...


Mit Felix Münter auf dem Buchmessecon 2016.

Felix formuliert einen nicht unkritischen Standpunkt zur Frage, ob sich Lesungen für Autoren lohnen, oder nicht. Für uns weniger bekannte Schreiber kann von Rentabilität sowieso nie die Rede sein. Wenn ich die 250 Kilometer nach Frankfurt fahre, um dort vor einem kleinen Kreis von Publikum und Kollegen zu lesen, dann rechne ich natürlich nicht damit, dabei in irgendeiner Weise Gewinn zu machen. Ich tue es einfach deswegen, weil mir Lesungen wahnsinnig viel Spaß machen. Das ist genau so sinnvoll, wie sich hinter einen Tapeziertisch voller Fanzines zu setzen und den Samstag und Sonntag Leuten dabei zuzusehen, wie sie halbherzig darin herumblättern. 
Ich kann deswegen sehr gut verstehen, wenn Felix den Sinn von Auftritten vor Publikum und gerade solche mit hohem Kostenaufwand hinterfragt. Ganz besonders tut man das natürlich, wenn man einmal mehr vor leeren Sitzreihen steht. 
Am wichtigsten ist es, das nicht persönlich zu nehmen.
Wer zu Conventions oder ähnlichen Events fährt, tut das meistens nicht aus besonderem Interesse an Lesungen. Die ohnehin knappe Zuhörerschaft dünnt sich bei Parallelpanles natürlich noch weiter aus.  Ist so, akzeptier es. Ich weiß, dass das auch den Jungs aus den größeren Verlagen passiert. Namen nenne ich hier aber nicht. 
Weil Vorlesen - oder eher Vorspielen - für mich so ein Vergnügen ist und weil ich das möglichst oft tun möchte und das nicht völlig sinnfrei, habe ich einen eigenen Weg gefunden, damit umzugehen. 
Ich biete mich als Co-Leser für Kollegen an. Mittlerweile habe ich live und in echt mit Frederic Brake, Berhard Giersche, Anja Bagus, Christian Günther, Gabriele Behrend, Bernard LeSton, Tom Daut, Tanja Schierding und natürlich auch mit meiner Frau gelesen. Wenn ihr also mal eine zweite Stimme braucht: Ich mach`s umsonst!
Manche Freunde und Bekannte fragen sich natürlich  immer noch - obwohl ich schon oft darüber geschrieben habe - warum ich mit so großer Begeisterung virtuelle Lesungen plane. Felix bringt es auf den Punkt: Der Aufwand für den Autor ist wesentlich geringer. Es entstehen keine Reisekosten, keine verlorenen Wochenenden und es gibt immer ein Publikum und das oft nicht zu knapp. Denn auch für die Zuhörer bleibt der Aufwand überschaubar, ist die Zugangshürde Software einmal überwunden. 
Felix ist uns natürlich auch weiterhin herzlich willkommen. Ich bin mir sicher, wir werden ihn in Kürze als Avatar wiedersehen. 

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