Freitag, 7. April 2017

Eierlegende Phantastik-Wollmilchsau? Stimmt. Bin ich....

Alessandra Reß hat in ihrem Blog FragmentAnsichten einen interessanten Artikel über die „eierlegende Phantastik-Wollmilchsau“ geschrieben. Ihr geht es dabei vor allem um Autoren, die gleichzeitig auch als Blogger und Rezensenten auftreten. Dass man sich gerade bei letzterer Tätigkeit schnell dem Vorwurf aussetzt, Gefälligkeitsrezensionen zu schreiben, oder ungeliebten Konkurrenten mit schlechten Kritiken gegen das Schienbein treten zu wollen, wissen wir alle.
Wenn ich um Rezensionen gebeten werde, lehne ich das sowieso grundsätzlich ab. Ich schreibe nur über Bücher, wenn es mir ein persönliches Bedürfnis ist. Dabei überwiegen von ganz allein die positiven Kommentare,  habe ich doch ein ganz gutes Händchen bei der Vorauswahl.
Auch ohne viele Rezensionen zu schreiben, zähle ich mich dennoch zu den eierlegenden Phantastik-Wollmilchsäuen. Neben der Arbeit an meinen eigenen Texten, blogge ich nach wie vor über fantastische Literatur (so wie gerade jetzt), biete mich gern bei Bühnenauftritten als Mitleser an und organisiere gemeinsam mit meiner Frau unsere virtuellen Lesungen und Literaturveranstaltungen im Cyberspace. Es ist kein Geheimnis, dass ich mir einen Käsekuchen freue, wenn ich Autorenkollegen eine Bühne und noch dazu das passende Publikum bieten kann. Ja, die Personalunion, da gebe ich Alessandra Recht, ist definitiv ein Szenemerkmal.
Das und eine dank Social Media immer besser funktionierende Vernetzung unter den Machern. Ich zitiere aus dem Blogposting bei FragmentAnsichten:
„Herrje, wir leben im 21. Jahrhundert! Die Welten von Journalisten und Autoren sind ebenso wenig getrennt wie die von Musikern und Autoren. Und für Blogger, Rezensenten aller Art und Schriftsteller sollte das gleichermaßen oder vielleicht sogar noch mehr gelten, ebenso wie für Verleger und Übersetzer, Lektoren und Autoren. Wo Trennungen überwunden werden, können interessante Verflechtungen, neue Spielarten und Stilformen entstehen. Warum sich davon künstlich fernhalten?“
Tut eigentlich keiner. Das große Netzwerk entsteht ganz von allein und das ganz ohne die Hilfe gewisser Gruppen, die eine Definitionshoheit für sich beanspruchen und regulieren möchten, wer Zugang zur Vernetzung erhalten darf - gegen Jahresbeitrag. Völlig überflüssig, denn dank all der emsig eierlegenden Phantastik-Wollmilchsäumen stehen Ideenaustausch und Kooperation heute jedem offen, der in der Lage ist, einen Dialog zu führen. Etwas, das die meisten Schriftsteller zumindest ansatzweise beherrschen. 

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